Letzte Aktualisierung dieser Seite: 12.11.2015

Wie finde ich einen qualifizierten Arzt?




Wenn Sie immer wieder Probleme mit der Verdauung haben, werden Sie versuchen, der oder den Ursachen auf den Grund zu gehen. Wahrscheinlich haben Sie selber irgendwann bestimmte Lebensmittel im Verdacht, diese Beschwerden zu verursachen.

Früher oder später werden Sie Ihren Arzt aufsuchen, um eine eventuelle Nahrungsmittel-Unverträglichkeit zu diagnostizieren oder aber auch auszuschließen.
 

Mit dem Arzt auf Augenhöhe
Es ist auf jeden Fall von Vorteil, wenn Sie sich schon vor diesem Arztbesuch möglichst umfassend schlau gemacht haben. Nur so können Sie mit Ihrem Arzt auf Augenhöhe sprechen. Glücklicherweise sind die Zeiten so gut wie vorbei, als die Ärzte sich noch als die »Halbgötter in Weiß« fühlten und meinten, dass der Patient ohnehin keine Ahnung von der Materie hat und ihm und seinen Vorschriften zu folgen hat. Die älteren Ärzte, die am ehesten noch so gedacht haben, verschwinden altersgemäß nach und nach von der Bildfläche, und jüngere Mediziner nehmen deren Stellen ein. Erschreckenderweise habe ich allerdings erst kürzlich im Rahmen eines Selbsthilfetreffens, an dem auch Medizinstudenten teilgenommen haben, um sich über die entsprechende Problematik zu informieren, auch bei einigen dieser jungen zukünftigen Ärzte noch eine antiquierte und ziemlich überhebliche Einstellung zum Arzt-Patienten-Verhältnis bemerkt.

Größtenteils jedoch ist es von den Ärzten heute sogar erwünscht, dass sie in ihrem Gegenüber einen informierten Patienten haben, denn so sparen sie sich lange Erklärungen.

Und für Sie als Patient(in) hat dies den Vorteil, dass Sie sich auf Augenhöhe mit Ihrem Behandler unterhalten und ihm Fragen stellen können, die Ihnen anderenfalls gar nicht eingefallen wären. Somit bedeutet eine umfassende Information vor dem Arztgespräch, dass Sie sehr viel mehr über sich und eine eventuelle Krankheit erfahren und auch mitbestimmen können, welche diagnostischen Maßnahmen und später auch Therapien durchgeführt werden.
 

Fehler vermeiden
Es bedeutet darüber hinaus, dass Sie die Kontrolle behalten darüber, ob bestimmte Maßnahmen auch korrekt ausgeführt werden. Leider erlebe ich immer wieder, dass gerade die Wasserstoff-Atemtests, die heute als Goldstandard zur Ermittlung von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Dünndarmfehlbesiedelungen gelten, in den Arztpraxen nicht immer ganz richtig verlaufen. Dies liegt zum Teil daran, dass eventuell das Praxispersonal nicht exakt eingewiesen wurde, teils, dass leider auch einigen Ärzten die Bedeutung auch kleinster Details nicht wichtig genug erscheint. Ein weiterer Grund kann aber auch die unzureichende Information des Verhaltens des Patienten im Vorfeld der Tests sein. So kann es zu ungenauen oder auch sogar falschen Ergebnissen kommen, und das ist schade.
 

Unnötige Tests vermeiden
Bei sorgfältigerer Durchführung wäre es oft sogar möglich, mit einem Atemtest nicht nur die Unverträglichkeit gegenüber der Testlösung abzuprüfen, sondern es könnte gleichzeitig auch eine Dünndarmfehlbesiedelung diagnostiziert oder ausgeschlossen werden. Diese Tatsache ist aber sowohl vielen Ärzten als erst recht auch den Patienten nicht bekannt, und so müssen bei anhaltenden Beschwerden weitere Tests durchgeführt werden. Diese Belastung durch die zusätzlichen Tests könnte bei vorheriger Information vermieden werden.
 

Die Kontrolle behalten
Als Patient können wir schlecht abschätzen, ob unser Arzt über diese Vorkenntnisse und auch über die entsprechende Ausrüstung in seiner Praxis verfügt. Wir können uns aber selber schlau machen und im Vorgespräch dafür sorgen, dass die Tests nach unseren Vorstellungen verlaufen. Sollte der Arzt dann nicht bereit sein, die Tests präziser durchzuführen, bleibt uns die Möglichkeit, ungenaue Tests zu vermeiden und uns rechtzeitig einen qualifizierteren Arzt zu suchen.

Diese Website soll Ihnen die erforderlichen allgemeinen Informationen liefern, um sich weitestgehend zu vorzubereiten. Sollten Sie individuellen Informationsbedarf haben, biete ich Ihnen auch gerne eine Beratung an, in der wir Ihre persönlichen Probleme besprechen und schauen können, welche Tests ggf. erforderlich sind und wie diese genau durchgeführt werden sollten.

Je besser Sie informiert in ein Arztgespräch gehen, desto vorteilhafter wird dies für den Untersuchungsverlauf und auch für eine eventuelle spätere Therapie sein. Scheuen Sie sich nicht, dem Arzt auf Augenhöhe gegenüberzutreten – wenn er dies nicht mag, ist er wahrscheinlich nicht der kompetente Ratgeber für Sie, den Sie sich wünschen.
 

Ernährungsberatung
Und wenn Sie dann eine qualifizierte Diagnose erhalten haben, dürfen Sie nicht von Ihrem Arzt – sei er auch noch so kompetent – erwarten, dass er Sie solange mit Ernährungstipps begleitet, bis Sie sich mit einer eventuell erforderlichen Diät selbst zurecht finden. Dies kann bei allem Wohlwollen ein Arzt nicht leisten. Zum einen ist er hier tatsächlich nicht der richtige Ansprechpartner, und zum anderen kann er dies aus wirtschaftlichen Gründen auch gar nicht anbieten. Hierfür sind Ernährungs- und/oder Gesundheitsfachkräfte zuständig. Suchen Sie sich auch hier auf Ihre Problematik spezialisierte Fachkräfte, die ggf. auch bereit sind mit Ihrem Arzt zusammen zu arbeiten.

 
Magen-Darm-Zentren
Häufig empfehlenswert sind die besonders in Großstädten zu findenden sogenannten »Magen-Darm-Zentren« die sich auf die Diagnostik und Behandlung von Menschen mit Problemen im Magen-Darm-Trakt spezialisiert haben. In diesen Zentren arbeiten mehrere Ärzte zusammen – meist Gastroenterologen, Proktologen und Internisten. Durch diese enge Kooperation kann auf dem kürzesten Wege ein Erfahrungsaustausch stattfinden, so dass sich die Kompetenzen mehrerer Fachärzte addieren. Darüber hinaus lernen die Kollegen voneinander und können in Konferenzen gemeinsam überlegen, welche diagnostischen oder Behandlungsmöglichkeiten am geeignetsten sind. Oftmals kooperieren diese Zentren auch mit Ernährungs- und/oder Gesundheitsfachkräften, so dass die Patienten hier in den meisten Fällen sehr gut betreut werden.






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