MEINE PERSÖNLICHE MEINUNG ÜBER MILCH


Milch ist im Normalfall die erste und ausschließliche Nahrung von Säuglingen. Muttermilch enthält Flüssigkeit gegen Durst und gegen den Hunger Eiweiß, Fett und Kohlehydrate in einem ausgeglichenen Verhältnis, daneben Vitamine und Mineralstoffe und damit sämtliche, in der ersten Lebensphase für die Entwicklung des Körpers und insbesondere des Gehirns notwendigen Stoffe. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass mit der Muttermilch Abwehrstoffe gegen alle Krankheiten, die die Mutter erfolgreich überwunden hat, an den Säugling weitergegeben werden und ihn damit in der Stillzeit gegen diese Erkrankungen weitgehend immun machen. Somit sind gestillte Babys grundsätzlich gesünder als Kinder, die mit der Flasche und damit mit einer »artfremden« Milch aufgezogen werden, und ich bin sehr dafür, junge Mütter davon zu überzeugen, dass sie ihre Kinder möglichst lange stillen.
Von der Natur ist vorgesehen, menschliche Säuglinge mehrere Monate ausschließlich zu stillen, bis im Alter von etwa 4-6 Monaten langsam begonnen wird, zusätzliche Kost zu füttern und sie so nach und nach von der Muttermilch zu entwöhnen.
Auch für heranwachsende Kinder und Erwachsene könnte Milch – bei uns ist es meistens Kuhmilch – ein wertvolles Nahrungsmittel sein, wenn sie – wie in anderen Regionen und Kulturen – in Maßen und in gesäuerter oder vergorener Form verzehrt würde. Kuhmilch enthält viele Bestandteile, die auch für die menschliche Ernährung wertvoll sein können.
Bei uns gelangt Milch im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungs- und Verarbeitungsmethoden in den Handel, wo sie als Frischmilch, haltbare Milch oder als Milchprodukte wie Sahne, Butter, Käse, Quark und Joghurt etc. verkauft wird. Unbehandelte Milch würde schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar, der heute nicht mehr täglich beim Bauern in der Nachbarschaft einkaufen kann. Die mittlerweile stark entwickelte Milchwirtschaft forciert die gesetzlichen Regelungen zur Konservierung, um die Vermarktungsfähigkeit von Milch und Milchprodukten zu einem für sie äußerst lukrativen Geschäft zu machen.
Bei der Konservierung wird die Milch mit verschiedenen Verfahren erhitzt. Dadurch werden nicht nur Keime abgetötet, die zum Verderb der Milch beitragen, sondern es wird auch das Eiweiß verändert (denaturiert), wodurch es schwerer verdaulich wird. Zusätzlich wird mit dem Homogenisieren das Milchfett in kleinste Tröpfchen zerteilt, damit es sich nicht mehr als Rahmschicht absetzt. Diese kleinsten Tröpfchen können – eventuell sogar beladen mit dem denaturierten Eiweiß – zwischen den Zellen der Darmschleimhaut hindurchschlüpfen und ins Blut gelangen. Dort können diese Stoffe Allergien verursachen. Die Milcheiweißallergie ist eine der bei Kindern am häufigsten beobachteten Allergieformen.
Darüber hinaus ist die Produktion von Milch und Milchprodukten für den Handel längst nicht mehr nur die Abfüllung, ggf. ein teilweiser Fettentzug oder die Verarbeitung der frischen Milch zu Joghurt, Quark oder Käse durch Hinzufügen von verschiedenen nützlichen Bakterienkulturen. Die Milchindustrie zerlegt heute die vom Bauern angelieferte Milch zuerst in alle ihre Bestandteile, die sie dann wie Designer ganz nach »Verbraucherwünschen« wieder zusammensetzt. Natürlich werden dabei dann diverse Zusatzstoffe hinzugefügt, um das Endprodukt möglichst über viele Wochen »frisch« zu halten, farblich oder in der Konsistenz anzupassen oder auch den gerade vorherrschenden Modegeschmack zu treffen – eine eher unangenehme Vorstellung.
Ein weiterer, wichtiger Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass ein großer Teil der Milch, die in den Handel kommt, von trächtigen Kühen gemolken wird, weil eine Einhaltung einer sogenannten »Trockenzeit« – also einer Zeit, in der die Kühe nicht gemolken werden – den Tieren aus Profitgründen nur noch sehr kurz vor dem Kalben zugestanden wird. Dies hat zur Folge, dass die Milch Schwangerschaftshormone enthält, die zwar nicht hunderprozentig identisch mit den menschlichen Hormonen sind, sich jedoch ähneln. Es ist noch nicht bewiesen, ob nicht der rasante Anstieg der Brustkrebserkrankungen mit dieser Tatsache in Zusammenhang stehen könnte.
Aus diesem Grunde möchte ich persönlich Milch – wenn überhaupt – nur in sehr kleinen Mengen und eigentlich nur als Rohmilch empfehlen. Ansonsten sollten Sie Trinkmilch, wenn möglich, nur als Frischmilch verzehren. Besser ist der Verzehr von gesäuerten oder vergorenen Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Kefir oder Käse.
Da Milch (mit Ausnahme von H-Milch oder gar Sterilmilch) in meinen Augen wegen ihrer Inhaltsstoffe trotz aller Verarbeitungsschritte ein wertvolles Nahrungsmittel darstellt, verzehre ich selbst Milchprodukte in vernünftigen Maßen. Für mich bedeutet dies einen kleinen Schuss Trinkmilch in meinen morgendlichen Tee und ab und an einen kleinen Becher Joghurt als Zwischenmahlzeit, wobei ich mehr und mehr dazu übergehe, mir meinen »Joghurt« aus Sojamilch selbst herzustellen. Wegen meiner Laktose-Intoleranz kaufe ich laktosefreie Produkte. Die Milchmengen, die uns die Milchindustrie als unverzichtbar für unsere Gesundheit – besonders für die Gesundheit unserer Knochen – aufschwatzen will, sind jedoch ganz gewiss nicht erforderlich.
Wer mehr über Milch und die industrielle Milchproduktion wissen möchte, dem sei das Buch »Milch besser nicht« oder die Website www.milchbessernicht.de von Maria Rollinger empfohlen. Danach sollte jeder selbst entscheiden, ob und in welchen Maßen er noch Milch verzehren möchte oder ob er lieber ganz darauf verzichten will.


 
Zusammensetzung der Kuhmilch

Kuhmilch enthält etwa 87,5% Wasser. Das Kuhmilch-Eiweiß von ca. 3,5% enthält die meisten vom Menschen benötigten essentiellen Aminosäuren und kann gut vom Körper aufgenommen werden. Der Fettgehalt beträgt natürlicherweise etwa 4%. Bei der industriell hergestellten »Vollmilch« wird der Fettgehalt auf 3,5 - 3,8% eingestellt, weiterhin gibt es fettarme Milchsorten mit 1,5% und auch mit 0,5% Fett. Das in der Milch enthaltene Kohlenhydrat ist der Milchzucker (Laktose), deren Anteil 4,8% beträgt. Weitere Kohlenhydrate sind nur geringfügig enthalten, Ballaststoffe so gut wie überhaupt nicht.
Die Milch enthält verschiedene Fettsäuren, die meisten sind gesättigte Fettsäuren und somit weniger wertvoll für die menschliche Ernährung. Es sind jedoch auch »gute« Fettsäuren enthalten wie u.a. conjugierte Linolsäure (CLS), die den Stoffwechsel von Glukose und Fetten günstig beeinflusst und der Arteriosklerose vorbeugt, indem sie im Blut vorhandene Lipide (z.B. Cholesterin) verringert. Darüber hinaus werden im Milchfett die fettlöslichen Vitamine gespeichert, deren Aufnahme erwünscht ist.
Neben dem Vitamin D sind die Vitamine A und E die in der Milch enthaltenen, fettlöslichen Vitamine. Weiterhin sind die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B2, B6, B12, B3 (Niacin) und B9 (Folsäure) enthalten.
Die wichtigsten enthaltenen Mengen- und Spurenelemente in der Milch sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Jod und Zink, weiterhin Kalium, Natrium, Eisen, Kupfer, Cobalt, Zinn, Mangan, Aluminium, Fluor, Brom, Bor, Silicium und Selen. Ein Liter Vollmilch enthält ca. 7g Mineralstoffe.

 
Konservierungsmethoden

Milch gelangt im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungsmethoden in den Handel, weil unbehandelte Milch schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar wird. Dies würde sich negativ auf die Vermarktungsfähigkeit auswirken. Die Konservierung von Milch ist gesetzlich geregelt.
Die wichtigste und erste Maßnahme gleich nach dem Melken noch beim Erzeuger ist die Kühlung, um die Keimentwicklung in der euterwarmen Milch zu verlangsamen. Gekühlte, ansonsten aber unbehandelte Milch (Rohmilch) ist etwa 2 - 3 Tage haltbar.
Weiterhin wird Milch homogenisiert. Dabei werden die relativ großen Fetttröpfchen durch Pressen der Milch durch äußerst feinmaschige Lochplatten um ein Vielfaches verkleinert. Ohne Homogenisierung setzt sich nach kurzer Zeit das Milchfett als Rahmschicht auf der Milchoberfläche ab und könnte von dort abgeschöpft und beispielsweise zu Butter verarbeitet werden. Da das Aufrahmen bei verkaufter Trinkmilch nicht erwünscht ist, wird mit der Homogenisierung dieser Vorgang unterbunden. Die Haltbarkeit wird dadurch nicht verändert.
Milch gelangt mit Ausnahme bei der Direktvermarktung pasteurisiert in den Handel. Bei diesem Verfahren wird die Milch mit Dampf für 20 - 40 Sekunden auf 71 - 75 °C erhitzt. Dabei werden viele Keime abgetötet, wodurch die Haltbarkeit der Milch im Kühlschrank ca. 7 Tage beträgt. Pasteurisierte Milch darf trotz dieser Behandlung als »Frischmilch« bezeichnet werden.
Die so genannte H-Milch ist ultrahocherhitzt. Hierbei wird die Milch 1 - 3 Sekunden auf 135 - 150 °C erhitzt und ist ungeöffnet und ungekühlt ca. 3 Monate haltbar, nach dem Öffnen jedoch nur wenige Tage wie Frischmilch. Sterilisierte Milch, die durch Erhitzen auf 110 - 120 °C über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten so gut wie keimfrei gemacht wird, ist bei Zimmertemperatur mindestens 6 Monate haltbar, nach dem Öffnen wie Frischmilch etwa 2 - 3 Tage.
Sämtliche Methoden zur Haltbarmachung durch Erhitzen bewirken, dass Keime abgetötet werden, die die Milch verderben könnten. Dies können krankmachende Keime sein, aber auch Bakterien mit durchaus positiven Wirkungen, und sei es »nur«, dass durch die Auseinandersetzung mit normalerweise schädlichen Bakterien eine Abhärtung des Körpers und damit eine Stärkung des Immunsystems erreicht wird, oder sei es eine die Darmflora unterstützende Funktion der Milchsäurebakterien.
Weiterhin wird mit der Haltbarmachung der Milch durch Erhitzen das Milcheiweiß denaturiert, also in seiner Struktur verändert und kann vom Körper nicht mehr korrekt verdaut werden. Frische Milch – am besten Rohmilch – ist also auf jeden Fall der behandelten vorzuziehen. Sie hat natürlich den Nachteil, dass sie schneller verdirbt und deshalb den täglichen Einkauf erforderlich macht.
Hinweis: Für Kinder und Schwangere ist Rohmilch nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da sie u.a. Listerien enthalten kann, eine Bakterienart, die eine Infektionskrankheit, die Listeriose verursachen können. Diese kann bei Menschen mit geschwächtem oder noch nicht voll ausgebildetem Immunsystem u.a. Blutvergiftungen oder sogar Hirnhautentzündungen hervorrufen. Bei Schwangeren ist eine Listeriose deshalb sehr gefährlich, weil eine Infektion, die schwere Schäden für das ungeborene Kind, Frühgeburten oder sogar das Absterben des Fötus nach sich ziehen kann, für die Mutter oftmals unbemerkt verläuft, so dass keine Behandlung erfolgt.