Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.4.2016

Reizdarm-Syndrom – was ist das?



Das Reizdarm-Syndrom (RDS oder auch Colon irritabile) wird definiert als Funktionsstörung des Verdauungstrakts mit chronischen Beschwerden wie Bauchschmerzen, Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung) und Blähungen.

Der menschliche Darm ist auf seiner gesamten Länge von einem empfindlichen Nervengeflecht durchsetzt und umgeben, das jede Bewegung registriert und zur Bewertung an das Gehirn weitergibt. Bei Vorliegen eines RDS werden teilweise ganz normale Darmbewegungen, die andere Menschen nur als leichtes »Bauchgrummeln« registrieren, von Betroffenen als Schmerzen wahrgenommen oder mit Verstopfung und/oder Durchfällen beantwortet.

Der Arzt kann keine krankhaften Organveränderungen feststellen. Die Diagnose wird nach dem sorgfältigen Ausschluss aller weiteren infrage kommenden Erkrankungen (chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, bakterielle Fehlbesiedelungen, bösartige Erkrankungen etc.) gestellt. Oftmals jedoch sind Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und vor allem eine Dünndarmfehlbesiedelung die Ursache der Beschwerden (lesen Sie hierzu bitte auch den Beitrag »Dünndarmfehlbesiedelung und ihre Behandlung>«.

Erst wenn diese Möglichkeiten definitiv ausgeschlossen bzw. adäquat behandelt wurden, kann wirklich ein Reizdarm-Syndrom diagnostiziert werden. Dazu dient die Abfrage der so genannten ROM-Kriterien, einem Fragenkatalog, der genau festlegt, wann, wie oft, in welchen Abständen welche Beschwerden auftreten (lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Diagnose des Reizdarm-Syndroms«).

Die Behandlung des Reizdarm-Syndroms muss den jeweiligen vorrangigen Symptomen (Durchfall (Diarrhoe), Verstopfung (Obstipation), Wechsel zwischen Durchfall und Verstopfung oder Bauchschmerzen angepasst werden. (Lesen Sie dazu auch den Beitrag »Behandlung des Reizdarm-Syndroms«).

Wie unterscheidet man die Beschwerden von denen einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit?
Zur Abgrenzung zu einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit dient die Tatsache, dass die Beschwerden, die durch das Reizdarm-Syndrom hervorgerufen werden, in Entspannungs-Situationen (Wochenenden, Urlaub) und nachts deutlich besser werden oder sogar ganz verschwinden. Dies ist bei einer Nahrungsmittel-Unverträglichkeit nicht der Fall. Werden bei Intoleranzen abends unverträgliche Mahlzeiten verzehrt, so treten die Beschwerden auch in der Nacht auf.

Das RDS tritt auch sehr häufig als Begleiterscheinung bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten auf, so dass die Abgrenzung schwierig ist, welche Beschwerden nun von der Unverträglichkeit und welche durch das Reizdarm-Syndrom hervorgerufen werden.


Lesen Sie auch folgende Beträge:
Ursachen des Reizdarm-Syndroms
Diagnose des Reizdarm-Syndroms
Behandlung des Reizdarm-Syndroms
Dünndarmfehlbesiedelung und ihre Behandlung



Empfehlenswerte Literatur:

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