Letzte Aktualisierung dieser Seite: 3.5.2017

Selbsttests bei Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten – wann sind sie sinnvoll?




Ich habe Verdauungsbeschwerden. Bin ich krank? Wenn ja, an welcher Krankheit leide ich? Ist es eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit? Und welche Nahrungsmittel könnten verantwortlich sein? Diese Fragen möchte ich wie jeder, der über längere Zeit an bestimmten Symptomen leidet, möglichst schnell mit einem geeigneten Test beantwortet haben.

Immer wieder klagen Betroffene darüber, dass es offensichtlich in solchen Fällen oftmals lange Wartezeiten bei den Ärzten zu geben scheint und es nicht einfach ist, wirklich schnell eine zuverlässige Diagnose zu bekommen. Deshalb sprechen sie mit Freunden und Bekannten – jeder kennt ja einen, der auch solche Beschwerden hat. Und im Internet gibt es neben mannigfaltigen Informationen auch eine Reihe von Fragebögen, die einen Verdacht in eine bestimmte Richtung zu erhärten scheinen. Wie zuverlässig und belastbar diese Informationen sind, ist für den Laien schwer zu beurteilen, denn er kann sie nur schwer auf Seriosität und Kompetenz zu überprüfen.

Diese Fragestellungen und Problematik sind wohl ganz offensichtlich Ursache für eine Entwicklung, die Pharmahersteller und medizinische Labore veranlasst haben, Tests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten für den Hausgebrauch zu entwickeln und zu vertreiben, denn diese Produkte erobern seit einigen Monaten in großer Zahl den Markt. Der Betroffene greift dies als vermeintlich gute Alternative auf, denn die Firmen veröffentlichen auf ihren Websites Gebrauchsanleitungen, die dem Käufer suggerieren, dass gar nichts schief gehen kann. Auch sind die Preise moderat, und die Zusicherung, das Testergebnis schon nach wenigen Tagen per Post zugesandt zu bekommen, ist vielversprechend.

 
Selbsttests im medizinischen Bereich sind nicht neu
Schon seit Jahrzehnten gibt es Schwangerschaft-Selbsttests, Blutdruck-Messgeräte für zu Hause, Urin-Teststreifen und digitale Messgeräte zur Ermittlung des Blutzuckers und viele andere mehr. Immer erhält der Patient sofort ein Ergebnis, das er auf Applikatoren, Teststreifen oder einer digitalen Anzeige ablesen kann. Diese Testmethoden sind auf jeden Fall sinnvoll: Sie können die Zusammenarbeit mit dem Arzt unterstützen und ergänzen, der die vom Patienten ermittelten Werte in seine Diagnose und Therapieempfehlungen mit einbeziehen kann. Nie jedoch wird ein Arzt sich bei verdächtigen Befunden allein auf solche Werte beschränken, sondern selbst eine Diagnostik durchführen, die er ggf. durch die zusätzlichen Daten ergänzt. Der unbestreitbare Vorteil solcher Selbsttest kann aber vor allem auch darin liegen, dass die Patienten durch die Mitbeteiligung zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten animiert werden können, wenn sie durch krankhafte Werte die Konsequenzen einer ungesunden Lebensweise zeitnah vor Augen geführt bekommen.

 
Selbsttests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
Zusätzlich zu diesen etablierten Tests werden nun seit einigen Monaten vor allem über das Internet Selbsttests auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten angeboten – sicherlich nicht zuletzt auch als Ergebnis einer immer intensiver geführten Diskussion über die Verbreitung dieser Intoleranzen und der entsprechenden, vermehrt in den Supermärkten angebotenen laktose-, fruktose- und glutenfreien Lebensmittel und vielen anderen Diätprodukten. Die passende Möglichkeit zur Selbstdiagnose gibt es nun in Form von Wasserstoff-Atemtests auf Laktose-, Fruktose- und Sorbit-Intoleranz, sowie einen Glukose-Atemtest auf Dünndarmfehlbesiedelung, weiterhin Stuhltests für Kohlenhydrat-Malabsorptionen und die Ermittlung der Qualität der Mikrobiota (Darmflora) – alle zur Durchführung zu Hause. Ganz neu sind »Gluten-Tests«, mit denen man bestimmte Antikörper im Kapillarblut oder Stuhl aufspüren und so ermitteln kann, ob eine Zöliakie vorliegt.

Diese Tests basieren allesamt auf gleichen oder ähnlichen Prinzipien, nach denen auch in der ärztlichen Praxis oder im medizinischen Labor die Untersuchungsergebnisse ermittelt werden. Bisher ist mir auch noch kein unseriöses Unternehmen bekannt, das sich hier nicht ehrlich um belastbare Befunde bemühen würde. Nicht ganz auszuschließen oder sogar zu befürchten ist allerdings, dass bald auch schwarze Schafe ein Stück von diesem großen Kuchen abhaben werden wollen. Und hier die Spreu vom Weizen zu trennen, dürfte für den Patienten selbst sicherlich so gut wie unmöglich sein.

 
Auswahl eines geeigneten Tests
Zu allererst ist vor der Auswahl eines geeigneten Tests zu bedenken, dass häufig nicht nur eine, sondern gleich mehrere Intoleranzen für Verdauungsprobleme verantwortlich sein können und dass die verschiedenen Unverträglichkeiten großteilig die gleichen oder zumindest sehr ähnliche Symptome hervorrufen. Dies kann dazu führen, dass mehrere Tests nacheinander durchgeführt werden müssen. Die Hersteller und auch die meisten Internet-Informationen klären den Probanden aber nicht ausreichend darüber auf, dass ein Test auf eine bestimmte Nahrungsmittel-Unverträglichkeit erst Sinn macht, wenn durch andere Methoden wie z.B. ein Ernährungs- und Symptomtagebuch ein tatsächlich begründeter Verdacht auf genau diese Intoleranz(en) besteht. So kann schnell ein erkleckliches Sümmchen zusammen kommen, wenn man zwei oder gar mehrere verschiedene Tests kaufen muss – Kosten, die die Krankenkasse übernehmen würde, wenn die erforderlichen Tests beim Arzt durchgeführt werden.

 
Probleme bei der Durchführung
Mit dem Testset erhält der Proband eine Gebrauchsanleitung, die versucht, den Leser sowohl über eine korrekte Vorbereitung als auch über eine fehlerfreie Durchführung des Tests zu informieren. Als großes Problem hierbei sehe ich jedoch, dass diese Informationen zum einen nicht immer ausreichend und teilweise leider auch nicht ganz korrekt sind (z.B. bei den Empfehlungen für die zeitlichen Abstände zu einer Antibiose oder zwischen Atemtests mit verschiedenen Kohlenhydraten oder Stuhltests). Zum anderen kann nicht wirklich sichergestellt werden, dass der Proband auch alles richtig verstanden und befolgt hat. Schon kleine Abweichungen bei der Vorbereitung und bei der Durchführung können entscheidende Änderungen der erzielten Werte bewirken. Somit ist die Belastbarkeit der Diagnose zumindest zweifelhaft.

Bei Atemtests kann sich ein weiteres Problem ergeben, wenn sich bei der ersten Atemprobe ein zu hoher Basiswert (Nüchternwert) ergibt. Nur wenn der Basiswert unterhalb einer bestimmten Grenze liegt, kann die Fortsetzung des Atemtests zu einer korrekten Diagnose führen. Der Proband kann diesen Basiswert aber nicht selbst erkennen, bevor nicht der komplette Test durchgeführt und vom Labor ausgewertet wurde. Nicht nur die Kosten waren dann umsonst und der gesamte Test wertlos, vor allem auch die (dann unnötige) Belastung durch das Trinken einer eventuell unverträglichen Zuckerlösung war vergebens. Um ein aussagekräftiges Ergebnis zu erhalten, muss der komplette Test in einem solchen Fall wiederholt werden – und dies kann frühestens nach einer Wartezeit von 2 Wochen geschehen, da sich die Darmflora erst von den durch die Testlösung hervorgerufenen Irritationen erholen muss. Bei einem Test in einer spezialisierten Praxis wäre ein erhöhter Basiswert sofort erkannt worden, so dass die Testlösung erst gar nicht verabreicht worden wäre und der Test bereits nach wenigen Tagen erneut durchgeführt werden könnte.

Bei keinem der mir bekannten Atem- und vor allem Stuhltests werden übrigens vorherige Ernährungsgewohnheiten (z.B. eher eiweißbetont oder vegan oder kohlenhydratreich) abgefragt und in die Bewertung mit einbezogen, obwohl diese verschiedenen Vorlieben durchaus die Zusammensetzung der Darmflora und damit ein Messergebnis beeinflussen können, ohne gleich krankhaft zu sein.

Selbst wenn ein Test korrekt durchgeführt wurde, können Ergebnisse durch den Rückversand der Proben beeinflusst werden: Die Hersteller weisen in der Gebrauchsanleitung zwar darauf hin, dass die Probenrücksendung nicht an Wochenenden und nicht vor Feiertagen erfolgen soll. So soll eine lange Verweildauer auf dem Postweg vermieden werden. Auszuschließen ist es aber nicht, dass ein Paket doch über einige Tage und in den entsprechenden Jahreszeiten bei extremen Temperaturen im Postversand hängen geblieben ist und die Proben durch diese Bedingungen unbrauchbar geworden sind. Selbstverständlich wäre dieses Problem bei Arztpraxen, die Proben auf dem Postweg an Labore versenden, ebenfalls gegeben. Größere Spezialpraxen, die häufig solche Tests durchführen, verfügen jedoch in den meisten Fällen entweder über eigene Messgeräte oder arbeiten mit Kurierdiensten zusammen, die Proben auf direktem Wege zu einem angeschlossenen Labor transportieren.

 
Beratung und Betreuung des Patienten nach dem Test
Nicht vergessen werden darf natürlich auch, dass mit der Auswertung eines Selbsttests die anschließende Aufklärung des Patienten, wie er nun mit dieser Diagnose umzugehen hat, lediglich als ein allgemeiner Ratschlag in Form von Textbausteinen gegeben wird. Die individuellen Umstände des Patienten mit in diese Ratschläge einzubeziehen, wie dies (im Idealfall) in einem persönlichen Abschlussgespräch mit einem Arzt geschehen sollte, kann ein Labor nicht leisten. Ein Patient kann durch ein Messergebnis und die daraus schlussgefolgerte Diagnose u.U. psychisch belastet oder mit den Konsequenzen überfordert sein. In einer Praxis besteht die Möglichkeit, dass entweder der Arzt oder aber eine Mitarbeiterin dies bemerken und geeignete Maßnahmen erkennen, einleiten oder empfehlen.

 
Extrembeispiel »Gluten-Test«
In diesem Zusammenhang möchte ich hier auch das (für mich) extreme Beispiel der »Gluten-Tests« hervorheben: Erstens verwenden die mir bekannten »Gluten-Tests« (Stuhl- und Bluttests) in ihrer Beschreibung den irreführenden Namen »Gluten-Unverträglichkeit«, obwohl sie das Vorliegen einer Zöliakie abprüfen wollen. Leider gelingt hier die Abgrenzung zur Gluten-Sensitivität, die ja ebenfalls eine Gluten-Unverträglichkeit ist, nicht ausreichend, so dass ein Patient also durchaus Probleme mit Gluten haben könnte, auch wenn das Testergebnis negativ ist und keine Zöliakie vorliegt.

Weiterhin muss unbedingt beachtet werden, dass es sich bei der Zöliakie um eine schwere Erkrankung handelt, bei der sehr enge Ernährungsrichtlinien eingehalten werden müssen, um ernste und dauerhafte Schädigungen zu vermeiden. Deshalb darf bei der Diagnostik keinesfalls vergessen werden, welch große psychische Belastungen auf einen Patienten bei einem solchen Befund zukommen. Wer fängt einen Patienten auf, der über eine solche Diagnose per Post informiert wird? Wer begleitet ihn? Wer leitet ihn an, wie seine Diät in Zukunft auszusehen hat? Wer hilft ihm zu unterscheiden, welche Nahrungsmittel er meiden muss? Wer zeigt ihm Perspektiven auf, welch umfangreiche Palette ihm trotz allem noch zur Verfügung steht? Vor allem aber, wer sagt ihm, dass neben der Ermittlung von einem oder zwei Antikörperwerten erstens noch weitere Antikörper ermittelt und zweitens eine Dünndarmspieglung mit Biopsie durchgeführt werden müssen, bevor eine Zöliakie-Diagnose tatsächlich belastbar ist? Und wer sagt ihm zu guter Letzt, dass er jetzt keinesfalls auf eigene Faust mit einer glutenfreien Ernährung beginnen darf, weil sonst die weitere Diagnostik nicht mehr greift? Bei einem dieser Produkte, für das ein »Musterbefund« im Netz aufrufbar ist, wird eine solche »vorübergehende glutenfreie Kost« sogar ausdrücklich »zur Erhärtung der Diagnose« empfohlen! Dies ist ein eklatanter Fehler, der dazu führt, dass vor jeder weiteren Diagnostik wertvolle Zeit für den Patienten verstreicht, weil er erst wieder über einige Wochen glutenhaltige Kost verzehren muss, bevor die anderen Parameter wieder aussagekräftig sein können. Unabhängig vom am Schluss dieses Artikels gezogenen Gesamtfazit möchte ich bereits an dieser Stelle betonen, dass aus allen diesen Gründen ein Selbsttest für Gluten aus meiner Sicht keinesfalls empfehlenswert ist.

 
Ist beim Arzt eine korrekte Durchführung gewährleistet?
Ich wage nicht zu behaupten, dass wirklich ausnahmslos alle Ärzte, die Patienten in ihren Praxen auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten testen, die Vorbereitung, Durchführung und Nachsorge tatsächlich korrekt umsetzen – ob die Fehler aus Mangel an Zeit oder auch aus Mangel an Wissen geschehen, ist für das Ergebnis unerheblich. In meiner Praxis haben mich schon viele Klienten kontaktiert, bei denen der Hausarzt bei einem Test auf eine Nahrungsmittel-Unverträglichkeit leider eklatante Fehler begangen hat (falsche Menge des Testzuckers, falsche Atemtechnik, Nichtbeachtung eines zu hohen Nüchternwertes, zu frühes Abbrechen des Tests nach nur zwei Atemproben, fehlerhafte Interpretation der Testergebnisse, etc.). Dadurch wurde dann die Belastbarkeit der aus dem Test gefolgerten Diagnose unnötig beeinträchtigt.

Wenn Sie sich für einen Test beim Arzt entscheiden, wählen Sie bitte unbedingt einen Spezialisten. Die Aufgabe eines Hausarztes (Allgemeinmediziner, Praktischer Arzt) ist es, mit einem breit gefächerten Erfahrungsspektrum Probleme zu erkennen – die Tiefenkenntnisse liegen bei den Spezialisten für die einzelnen Fachgebiete, zu denen der Hausarzt den Patienten dann ggf. überweist. Es ist zwar nicht auszuschließen, dass gerade Ihr Hausarzt sich intensiv mit Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und deren Diagnosemethoden befasst hat und einen geeigneten Test qualifiziert durchführen und interpretieren kann – nur ist dies wahrscheinlich schwer für Sie zu erkennen. Am besten aufgehoben sind Sie deshalb bei einem Gastroenterologen. Hier ist die Chance auf eine fehlerfreiere Durchführung und anschließende korrektere Interpretation der Testergebnisse am höchsten.

 
Selbstinitiative des Patienten erwünscht
Von eigenverantwortlicher Selbstinitiative soll Patienten mit Verdauungsbeschwerden trotzdem in keinster Weise generell abgeraten werden – im Gegenteil: Informieren Sie sich im Vorfeld, gerne auch über das Internet. So erweitern Sie ihr Wissen und können Sie sich mit Ihrem Arzt auf Augenhöhe unterhalten. Sie können verstehen, welche Maßnahmen er Ihnen vorschlägt und können über Ihre Gesundheit mitentscheiden. Vor allem aber befähigt es Sie, sich ggf. einen geeigneten Facharzt zu suchen und von Ihrem Hausarzt dorthin überweisen zu lassen. Und sollten Sie hier länger auf einen Termin warten müssen, können Sie u.U. über Ihren Hausarzt oder auch mit Unterstützung Ihrer Krankenkasse einen Termin in kürzerer Zeit erhalten.

In der Wartezeit empfiehlt es sich dringend, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen, in dem Sie alles, was Sie essen und trinken, genauestens protokollieren. Ebenso tragen Sie die Symptome mit Zeitpunkt und Intensität ein. Diese Informationen sind für den Arzt eine wertvolle Ergänzung und Entscheidungshilfe für einen geeigneten Test.

 
Fazit
Für die in der Überschrift gestellte Frage nach der Sinnhaftigkeit von Selbsttests zur Diagnose von Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten kann somit folgendes Fazit gezogen werden: Wichtig und ratsam ist es immer, sich vor einem Test – egal, ob Sie ihn in einer Arztpraxis oder zu Hause durchführen wollen – über die Art der Beschwerden zu informieren und einen dafür geeigneten Test auszusuchen. Unerlässlich ist es im Vorfeld, ein Ernährungs- und Symptomtagebuch zu führen, um so die wahrscheinlichste Unverträglichkeit zu ermitteln. Erst dann kann der richtige Test ausgewählt werden.

Sie sollten vor einer Entscheidung für oder gegen einen Selbsttest die Vor- und Nachteile gegenüber einem Test in einer qualifizierten Praxis kennen und abwägen (Schnelligkeit, Belastung, Genauigkeit, Preis). Weiterhin ist es erforderlich, dass Sie sich im Vorfeld über eine korrekte Vorbereitung und Durchführung des Tests informieren – auch hier in jedem Falle, also unabhängig davon, ob Sie selbst oder der Arzt testen. Bei einer Entscheidung für einen Selbsttest muss neben Ihrer umfassenden Vorbereitung ein schneller Rückversand zum Labor bei angemessenen Temperaturen sichergestellt sein, damit insgesamt eine belastbare Diagnose gestellt werden kann. Bei der Entscheidung für einen Test durch den Arzt ist meist dem Spezialisten der Vorzug vor dem Allgemeinmediziner zu geben, um die größtmögliche Chance auf einen fehlerfrei durchgeführten Test zu gewährleisten. Ein fehlerhaft durchgeführter Test durch einen nicht ausreichend informierten Arzt bringt gegenüber einem korrekt durchgeführten Selbsttest eher Nachteile.

Ggf. kann es sinnvoll sein, wenn Sie aufgrund Ihrer Vorinformationen mit Maßnahmen oder der geplanten Durchführung von Tests durch Ihren Arzt nicht einverstanden sind, einen auf Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten und Diagnosemethoden spezialisieren Heilpraktiker oder Gesundheitsberater zu konsultieren und mit diesem die korrekte Durchführung eines geeigneten Tests zu besprechen. So können Fehler bereits im Vorfeld vermieden werden.

Nach einer solchen qualifizierten Vorbereitung könnte es möglich sein, taugliche Tests dann tatsächlich auch zu Hause durchzuführen, wenn Sie mit Ihrem Berater zum einen ein geeignetes Produkt ausgewählt haben und wenn er Sie zum anderen ausführlich über die erforderlichen Vorbereitungen, über die korrekte Durchführung und die anschließenden Konsequenzen aufgeklärt hat.

Und natürlich sollten Sie sich der Tatsache bewusst sein, dass Sie sich im Falle eines positiven Testergebnisses bei seriösen Quellen (Arzt, Ernährungs- und/oder Gesundheitsberater, vertrauenswürdige Internetseiten, Selbsthilfegruppen) über die sich daraus ergebende Ernährungsweise informieren müssen, um die richtigen Konsequenzen aus dieser Diagnose herleiten und wieder beschwerdefrei leben zu können. Nur wenn Sie alle diese Gesichtspunkte gut überlegt und abgewogen haben, kann die Entscheidung für einen Selbsttest unter Umständen für Sie Sinn machen.

Bitte lesen Sie hierzu auch den Fachbeitrag, der in der Zeitschrift »Ernährung im Fokus«, Ausgabe 9/2014 erschienen ist.