Letzte Aktualisierung: 5.12.2025

Oxalatbelastung

Viele pflanzliche Lebensmittel enthalten Oxalate. Das Wort »Oxalate« ist hier in der Mehrzahl geschrieben, weil es sich dabei um verschiedene chemische Verbindungen der Oxalsäure handeln kann. Pflanzen bilden diese natürlichen Stoffe zum einen für ihr Wachstum, denn die länglichen, harten Kristalle stützen die hochwachsenden Stängel und Triebe. Zum anderen aber wirken Oxalate als Schutzstoffe vor Fressfeinden. Oxalate gelangen mit dem Blut in alle Organe und können dort Schaden anrichten. Da die Kristalle teils nadelspitz sind, beeinträchtigen sie den Organismus allein durch ihre Struktur, haben aber auch toxische Wirkungen.


Symptome bei Oxalatbelastung

Oxalate stören zahlreiche Funktionen im Organismus. Hier ist beispielsweise die Beeinträchtigung der Wirkung von Vitaminen, Mineralien und Enzymen zu nennen, wenn die Oxalate mit diesen Stoffen Verbindungen herstellen, so dass sie in ihrer reinen Form nicht mehr für den Stoffwechsel zur Verfügung stehen.

Weiterhin wirken Oxalat-Verbindungen toxisch und behindern den Stoffwechsel und damit auch die Verdauung von Tieren und Menschen, und es entstehen bei demjenigen, der solche Pflanzen verzehrt, zahlreiche, teils auch unspezifische Probleme.

Auch hormonelle Wirkungen können mit einer Oxalatbelastung einhergehen, genauso wie die Störung einer optimalen Mitochondrienfunktion.

Rein mechanische Probleme können entstehen, wenn die spitzen Oxalatkristalle die Zellwände durchbohren oder als zusammengeballte Kristalle größere »Klumpen« bilden. Schon seit Jahrzehnten ist der Zusammenhang von Oxalaten und Nierenproblemen bekannt, wenn das Oxalat als Nierensteine auskristallisiert, deren Oberflächen sehr rau sind und so das empfindliche Nierengewebe verletzen können. Darüber hinaus können sie die feinen Nierengänge verstopfen und zu äußerst schmerzhaften Koliken führen.

Und auch in der Gallenblase können sich aus Oxalatkristallen die sogenannten Gallensteine bilden.

Leider immer noch viel zu wenig bekannt ist, dass auch Verdauungsbeschwerden wie Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfälle oder Verstopfung, aber auch Entgleisungen der bakteriellen Besiedelung oder das Leaky-Gut-Syndrom auftreten können, aber genauso auch können u.a. Müdigkeit, Kopfschmerzen, Brainfog (»Gehirnnebel«) oder auch Gelenkprobleme die Folge von Oxalaten in der Nahrung sein. Sogar Osteoporose kann mit einem übermäßigen Oxalatverzehr in Verbindung gebracht werden, weil Oxalate Kalzium binden, das dann nicht mehr für den gesunden Knochenstoffwechsel zur Verfügung steht.

Es gibt zahlreiche körperliche und in der Folge dann auch psychische Probleme, die bei genauerem Hinsehen durch Oxalate in der Nahrung (mit) verursacht werden können. Leider werden diese Symptome in der Regel aber viel zu lange nicht mit den Oxalaten als Verursacher in Verbindung gebracht.


Oxalatabbau im Darm

Oxalate aus Lebensmitteln stellen kein Problem dar, solange sie erstens in vernünftigen Mengen verzehrt werden und zweitens, wenn sie im Darm »unschädlich« gemacht und ausgeschieden werden.

Sobald aber das Verhältnis zwischen Aufnahme und Abbau und Ausscheidung nicht ausgewogen ist, weil mit der Nahrung mehr Oxalate verzehrt werden und/oder die Oxalate nicht ausreichend abgebaut oder gebunden und ausgeschieden werden, reichern sich sie im Körper an und können ihren schädlichen Einfluss ausüben.

Für den Abbau von Oxalaten ist z.B. das Darmbakterium Oxalobacter formigenes zuständig. Befinden sich ausreichend dieser Mikroorganismen im Darm, können auch angemessene Mengen an Oxalaten abgebaut werden. Fehlt dieser Keim bzw. mangelt es an der ausreichenden Menge, verbleiben Oxalate im Darm.

Eine weitere Reduktion von zunächst schädlichen, freien Mengen an Oxalaten geschieht durch deren Bindung an Kalzium. Die Verbindungen von Oxalaten und Kalzium ergeben feste, unauflösliche Strukturen, die über den natürlichen Weg ausgeschieden werden. Ist zu wenig freies Kalzium im Darm vorhanden, können auch nicht alle Oxalate ausgeschieden werden und werden vom Organismus aufgenommen.

Ein weiteres Problem kann im Darm auftreten, wenn ein Gallensäureverlustsyndrom vorliegt. Gallensäuren werden, nachdem sie ihre Aufgaben im Dünndarm erledigt haben, normalerweise im letzten Bereich des Dünndarms (dem terminalen Ileum) rückresorbiert und anschließend recycelt. U.a. bei einer Dünndarmfehlbesiedelung (SIBO/IMO) und/oder einer Schädigung der Schleimhaut u.a. bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CeD) kann diese Rückresorbierung unterbleiben, so dass die Gallensäuren in den Dickdarm gelangen. Dann binden die Gallensäuren ihrerseits das dort vorhandene Kalzium, das dann nicht mehr für die Oxalatbindung zur Verfügung steht.

Weiterhin können zu geringe Trinkmengen die Oxalatausscheidung behindern. In bestimmtem Maße werden auch ungebundene Oxalate ausgeschieden – teils über die Nieren, teils aber auch mit dem Stuhl. Wird zu wenig getrunken, werden die Nieren unzureichender durchspült und der Stuhl ist fester und der Transit durch den Darm langsamer. All dies führt dazu, dass sich die Oxalatkristalle einerseits in größerem Maße zu Nierengrieß oder Nierensteinen zusammenballen können. Andererseits können sie auch einen größeren Einfluss auf die Darmschleimhaut ausüben.

Durch die längere Verweildauer wird auch die Aufnahme über das Blut in den Organismus intensiviert, so dass ein größerer Anteil der Oxalate zu den Organen transportiert werden und sich dort ablagern kann.

Es ist also wichtig, dass das Verhältnis zwischen Aufnahme und Abbau bzw. Bindung und Ausscheidung ausgeglichen ist.


Zusammenhang von Oxalat, Mastzellen und Histamin

Oxalate können in hohem Maße die Mastzellen aktivieren. Mastzellen gehören zur Gruppe der Immunzellen, die für die Abwehrfunktion des Organismus zuständig sind. Da Oxalate vom Körper als zu bekämpfende Stoffe bewertet werden, werden diese Zellen aktiviert, um den Organismus vor Schaden zu schützen.

Aktivierte Mastzellen schütten zahlreiche Botenstoffe wie u.a. Histamin aus. Wenn die Produktion des Histamin-abbauenden Enzyms Diaminoxidase (DAO) in der Darmschleimhaut so gut wie unverändert bleibt – oder sich wegen der Schädigung der Zellen wo möglich sogar noch verringert – stimmt das erforderliche Verhältnis nicht mehr, so dass ein Histaminproblem aufgrund eines erhöhten Histaminspiegels die Folge ist.

Histamin führt nicht nur zu den allergieähnlichen Erscheinungen einer sogenannten »Pseudoallergie«. Es wirkt auch entzündungsfördernd, und so folgen durch einen erhöhten Histaminspiegel Entzündungen auf allen möglichen Ebenen im Körper. Dies können sogenannte »stille Entzündungen« (silent inflammations) sein, die oberflächlich als solche kaum wahrgenommen werden, aber auch deutlichere Entzündungen wie u.a. in Gelenken oder in den Blutadern, wo sie dann mehr oder weniger langsam zu augenfälligeren Symptomen und Erkrankungen führen.


Diagnostik eines Oxalatproblems

Die Diagnostik eines Oxalatproblems sollte bei jeder Vermutung aufgrund der bisher beschriebenen Symptome durchgeführt werden.

Zunächst gehört dazu der Speisezettel auf den Prüfstand: anhand eines Ernährungstagebuchs und der Beschreibung der üblicherweise bevorzugten und in größeren Mengen verzehrten Lebensmittel kann man eine erste Einschätzung darüber bekommen, ob und wie wahrscheinlich eine Oxalatbelastung ist. Dazu muss den Betroffenen und dem Diagnostiker klar sein, welche Lebensmittel viele Oxalate enthalten und wie oft und in welchen Mengen diese Lebensmittel verzehrt werden. Stehen wenige bzw. nur kleine Mengen oxalathaltige Lebensmittel auf dem Speiseplan, ist ein Oxalatproblem eher unwahrscheinlich und die Ursache von Symptomen wahrscheinlich woanders zu suchen. Eine Vorlage für ein Ernährungs- und Symptomtagebuch finden Sie im Downloadbereich auf dieser Website.

Mit einem geeigneten Stuhltest kann man schauen, ob das Darmbakterium Oxalobacter formigenes in ausreichender Menge im Stuhl vorhanden ist. Ist dies nicht der Fall, liegt die Schlussfolgerung nahe, dass der Abbau der Oxalate zumindest auf diesem Wege nicht ausreichend ist.

In einem solchen Stuhltest kann man auch ein Gallensäureverlustsyndrom erkennen. Liegt dieses vor, ist die Kalziumbindung gestört, was Oxalatprobleme fördert. Ggf. ist die Ursache des Gallensäureverlustsyndroms mit geeigneten Tests zu klären.

Darüber hinaus gibt der Stuhltest auch Auskunft über die Entzündungsparameter und auch über eine eventuelle Barrierestörung wie das Leaky-Gut-Syndrom.

Selbstverständlich muss auch das Stuhlverhalten mit betrachtet werden: Verstopfung kann, wie oben beschrieben, eine Oxalatbelastung fördern.

Und last but not least kann man anhand eines 24-Stunden-Urintests die Oxalatausscheidung im Urin messen. Da die Ausscheidung von Oxalaten über den Tag sehr stark schwankt, reicht eine einzelne Urinprobe nicht aus. Somit muss man den Urin über den Zeitraum von 24 Stunden in einem Gefäß sammeln und dann daraus eine Probe entnehmen und einsenden.

Es sei jedoch darauf hingewiesen, dass auch diese Sammlung nicht wirklich aussagekräftig ist, denn die Ausscheidung kann sich auch über Tage, Wochen oder sogar Monate ändern, so dass man mit einem solchen Urintest nur eventuell einen Eindruck gewinnt, keinesfalls jedoch verbindliche Aussagen über die Ausprägung.

Bis verlässlichere Tests gefunden werden, verlangt die Diagnose eines Oxalatproblems folglich noch sehr viel Erfahrung und Einfühlungsvermögen.


Oxalate in der Nahrung

Es gibt zwei Lebensmittel, die die Liste der »gehaltvollsten« Probanden anführen: dies sind der Spinat und der Rhabarber. Aber auch zahlreiche andere pflanzliche Lebensmittel können auf unserem täglichen Speisezettel stehen, die stark oxalathaltig sind. Dazu gehören unter vielen anderen Nüsse und Mandeln, Süßkartoffeln, Buchweizen, Amaranth, Quinoa und Weizen, Vollkorngetreide, Kurkuma, schwarzer Pfeffer und weitere beliebte Zutaten von sich »gesund« ernährenden Menschen. Aber auch schwarzer und grüner Tee und Schokolade stehen auf der »roten Liste«.

Ein ganz wichtiger Hinweis: Dies heißt jetzt keinesfalls, dass Sie sämtliche oxalathaltigen Lebensmittel ab sofort meiden sollten wie der Teufel das Weihwasser, denn das würde Ihren Speisezettel viel zu stark einschränken. In kleinen Mengen sind Oxalate, die ja in sehr vielen gesunden pflanzlichen Lebensmitteln enthalten sind, nicht problematisch, und ein stabiles Verdauungssystem kann mit solchen Mengen umgehen. Es wäre gar nicht erstrebenswert, jedes Pflänzchen, dass ein wenig Oxalat enthält, vom Speisezettel zu streichen – es würde kaum noch etwas zu essen übrigbleiben.

An zahlreichen Stellen auf dieser Website weise ich darauf hin, dass die Diversität Ihrer Mikrobiota (Darmflora) und damit Ihrer Gesundheit eng verknüpft ist mit dem Abwechslungsreichtum auf Ihrem Teller.

Lesen Sie hier z.B. die Beiträge »Multiple Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten« oder auch »Grundsätzliches über die Mikrobiota«.


Vegane Ernährung

Da sich praktisch keine Oxalate in tierischen Lebensmitteln befinden, jedoch viele pflanzliche Lebensmittel stark belastet sind, stellt dies insbesondere für alle vegan lebenden Menschen ein Problem dar. Wenn der gesamte Bereich der tierischen Produkte ausgeklammert wird, summiert sich das Oxalat in den dann ausschließlich verzehrten pflanzlichen Bestandteilen umso mehr.

Wie an anderer Stelle bereits kritisch beleuchtet, möchte ich vor allem all jenen Menschen, die Oxalatprobleme haben und sich bisher vegan ernährt haben, empfehlen, sich unter diesen Gesichtspunkten noch einmal mit Ihrer Entscheidung zu befassen. Bitte lesen Sie hierzu auch den Beitrag »Wie gesund ist vegane Ernährung«.


Oxalatbewusste Zubereitungsarten von Lebensmitteln

Nicht nur die Auswahl der Lebensmittel hat Einfluss auf ein eventuelles Oxalatproblem. Auch die Zubereitungsart kann einen optimalen Abbau und damit die Verträglichkeit von Oxalaten beeinträchtigen.

Grundsätzlich gilt, dass je gröber die verzehrten Pflanzenteile sind, desto weniger kann das enthaltene Oxalat herausgelöst werden und verlässt das Verdauungssystem auf natürlichem Wege. Im Umkehrschluss heißt das: je feiner zerkleinert die pflanzlichen Lebensmittel sind, desto intensiver kann das Verdauungssystem die Oxalate aus dem Nahrungsbrei herauslösen.

Das heißt nun aber nicht, dass Sie Ihr Essen nicht mehr kauen, sondern in groben Brocken hinunterschlingen sollen. Es gilt immer noch und ohne jeden Abstrich: » Gut gekaut ist halb verdaut! «

Aber eine häufig im Zusammenhang mit »gesunder Ernährung« und insbesondere auch mit der veganen Ernährungsform übliche Zubereitungsart, die Smoothies – und hier oft die »grünen Smoothies« ist im Zusammenhang mit Oxalat erwähnenswert. Hierbei werden grüne Blätter wie u.a. Spinat mit Hochleistungsmixern so weit zerkleinert, wie es kein Gebiss kann. Auf diese Weise werden sämtliche Inhaltsstoffe der Pflanzenzellen bis zum allerkleinsten Rest dem Verdauungssystem zugänglich gemacht. Und dies trifft eben auch auf die Oxalate zu, die, wenn die Lebensmittel »nur gekaut« werden, in größtenteils noch intakten Zellen den Darm passiert und ausgeschieden werden. Konsumiert als Smoothie, der noch dazu rasch getrunken und nicht häppchenweise eingespeichelt und verzehrt wird, rauscht die Flüssigkeit in und durch den Darm, und die Oxalate können dort vollständig aus dem Speisebrei extrahiert werden.

Gekochte Lebensmittel enthalten oft weniger Oxalate, wenn das Einweich- und Kochwasser weggegossen wird. Eine gesunde Vorgehensweise bei Kochen gebietet aber, möglichst kein Kochwasser, in dem ja auch Mineralien und Vitamine gelöst sind, eben nicht wegzugießen, sondern möglichst mit zu verarbeiten. Ein Dilemma also! Die Lösung würde hier zwischen den Möglichkeiten liegen: im Allgemeinen sollte den Vitaminen und Mineralien zuliebe das Kochwasser mitverzehrt werden. Bei stark oxalathaltigen Lebensmitteln wie z.B. vor allem Bohnen jedoch sollte das Einweich- und Kochwasser weggeschüttet werden, um den Oxalatgehalt zu senken.

Es kann also auch die Zubereitungsart sein, die das Ausmaß von Problemen beeinflusst. Deshalb empfehle ich Ihnen bei einem Oxalatproblem dringend, sich intensiv sowohl in Bezug auf die Lebensmittelauswahl als auch auf die Zubereitungsart mit Ihrer Ernährung zu beschäftigen.


Die Menge macht das Gift

Wie ganz oben erwähnt, stellt eine kleinere, angemessene Menge an Oxalaten selten ein Problem dar. Diese treten erst auf, wenn die Verzehrmengen zu groß bzw. deren Abbau und Ausleitung sich nicht die Waage halten.

Deshalb kann man zumindest verhindern, dass ein Oxalatproblem auftritt, indem man ein Gefühl dafür entwickelt, welche Lebensmittel die »Hauptübeltäter« sind und deren Verzehr auf ein vernünftiges Maß reduzieren. Die Betonung liegt hier auf »reduzieren«, denn es ist nicht erforderlich, ganz auf »Oxalatbomben« zu verzichten. Ab und an Spinat auf den Speisezettel zu setzen, ist vernünftig, gesund und lecker. Jeden Tag Spinat zu verzehren – womöglich noch in einem Smoothie kleinstgehäckselt – ist definitiv keine gute Idee.


Behandlung des Oxalatproblems

Ist tatsächlich eine Belastung festgestellt, sollte man zum einen die Zufuhr der Oxalate reduzieren und zu andern deren Bindung und Ausleitung zu fördern.

Auf jeden Fall ist es eine gute und leicht durchzuführende Präventionsmaßnahme, ausreichend zu trinken. Dies ist die einfachste und beste Maßnahme zur Förderung der Ausleitung aufgenommener und ggf. auch bereits eingelagerter Oxalate.

Zur Verringerung der Zufuhr von Oxalaten gehört dann aber auch die Ernährung auf den Prüfstand. Bei der Reduktion ist es wichtig, nicht zu drastisch vorzugehen und abrupt von heute auf morgen auf sämtliche oxalathaltigen Lebensmittel zu verzichten. In einem solchen Falle könnte das sogenannte »Oxalatdumping« auftreten. Durch die Reduzierung des »Nachschubs« wird die Freisetzung von im Körper angereicherten Oxalaten angeregt. Diese freien Oxalate führen dann zu vermehrten Symptomen.

Um ein solches Oxalatdumping zu vermeiden, muss man die Zufuhr vorsichtig nach und nach herunterfahren. Zunächst sollte man diejenigen Lebensmittel, die am meisten Oxalate enthalten und die am häufigsten und in den größten Mengen verzehrt werden, Woche um Woche moderat reduzieren. Stellen sich Probleme ein, die man mit den Oxalaten in Verbindung bringt, ist die Geschwindigkeit der Reduktion zu verlangsamen.

Kommt man hingegen gut und ohne vermehrte Probleme voran, sollte man die Zufuhr der Oxalate weiter und weiter reduzieren, bis eine gute Balance zwischen Oxalatminimierung und einer trotzdem noch ausreichenden Abwechslung auf dem Teller erreicht ist.

Hinweis: Man sollte nicht vergessen, dass ein Oxalatproblem über Jahre entstanden ist. Zu erhoffen oder zu erwarten, dass sich dieses innerhalb von wenigen Wochen bereinigen lässt, ist vermessen. Geduld ist hier mit Sicherheit der beste Verbündete.

Zur Förderung der Ausleitung von freien Oxalaten sollte man zu oxalatreichen Lebensmitteln immer gleichzeitig ein kalziumreiches Lebensmittel in einer Mahlzeit kombinieren. Tee beispielsweise kann man, wie es in England üblich ist, mit Milch trinken. Dann werden die Oxalate im Tee bereits in der Tasse »entschärft«. Den Spinat »mit Blubb« zu verfeinern, hat den gleichen Effekt. Das allein ist selbstverständlich allein nicht ausreichend, trägt aber zumindest zu einem Teil zur Lösung bei.

Aber nicht nur Milch und Milchprodukte enthalten viel Kalzium. Es gibt auch zahlreiche pflanzliche Lebensmittel, u.a. Brokkoli, Grünkohl oder Rukola, um nur einige wenige zu nennen, die sehr kalziumreich sind und deren Aufnahme in den Speisezettel die Oxalatsituation verbessern können.

Es ist empfehlenswert, sich zu einmal die Zeit zu nehmen und zu schauen, welche Lebensmittel wie viel Kalzium genau enthalten, denn eine ausreichende Wirkung auf die Oxalatbindung erfordert etwa 500-1000mg Kalzium pro Mahlzeit, was aber mit der »richtigen« Auswahl von Lebensmittel durchaus erreichbar ist – später dann selbstverständlich auch ohne das zeitaufwändige Wälzen von Listen.

Natürlich kann man auch Kalzium-Präparate einnehmen und so das Mineral supplementieren. Bitte begeben Sie sich hier nicht selbst auf die Suche im unübersichtlichen Dschungel des Internets, sondern lassen Sie sich geeignete Präparate von Fachleuten empfehlen. Nicht jede Kalziumverbindung ist in gleicher Weise geeignet.

Eine solche Fachberatung benötigen Sie ohnehin für sämtliche Maßnahmen, die zur Behandlung der Ursachen erforderlich sind. Falls eine chronisch entzündliche Darmerkrankung (CeD) vorliegt, sind diese ärztlicherseits zu behandeln.

Liegen Schädigungen der Darmschleimhaut vor, die nicht auf eine CeD zurückzuführen ist, müssen auch hier geeignete Maßnahmen ergriffen werden. Hier sind wahrscheinlich eher ein Heilpraktiker oder ein spezialisierter Ganzheitlicher Gesundheitsberater der richtige Ansprechpartner – genauso wie bei Vorliegen und der Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedelung.


Literatur in Deutschland

Bei Vorliegen eines Oxalatproblems ist es empfehlenswert, sich mit geeigneter Fachliteratur schlau zu machen. Es gibt zahlreiche medizinische Fachbücher, die sich auf den Zusammenhang zwischen Oxalaten und Nierenproblemen beziehen. Im Zusammenhang mit Verdauungsproblemen jedoch ist der deutschsprachige Markt sehr dünn.

Wie bei so vielem sind uns die USA auch bei Oxalaten in Bezug auf Verdauungsprobleme voraus, und dort findet man einiges an Informationen. Deutschland ist hier leider (noch) ein Entwicklungsland. Eines der wenigen ins Deutsche übersetzten Bücher stammt von der Amerikanerin Sally K. Norton und trägt den Titel » Gefährliche Superfoods? Warum der hohe Oxalat-Gehalt bestimmter Lebensmittel uns krank machen kann«. Weil es aus einer amerikanischen Feder stammt, ist vieles auf amerikanische Verhältnisse zugeschnitten. Grundlegendes jedoch ist auch für uns brauchbar, so dass es sich lohnt, das Buch zu lesen – vorausgesetzt, man betrachtet es mit dem gebotenen Abstand. Lesen Sie gerne meine ausführliche Buchrezension auf der Seite Kurzinfos.


Lebensmittel-Listen

Es gibt auch einige Bücher, die im Wesentlichen Lebensmittel-Listen enthalten, aus denen man erkennen kann, welche Lebensmittel einen hohen Anteil an Oxalaten enthalten und deshalb bei einer Oxalatbelastung eben nicht empfehlenswert sind. Welche Lebensmittel hingegen wenige oder kaum Oxalate enthalten, sind dort meist nicht zu finden – was die Entscheidung beim Einkauf natürlich eher schwierig macht.

Darüber hinaus findet man auch im Internet – hier vor allem wieder mehrheitlich von nephrologischen Fachpraxen – entsprechende Listen (Nephrologie bedeutet Nierenheilkunde). Wie ich auch in anderen Bereichen festgestellt habe, widersprechen sich die Angaben in solchen Quellen leider häufig. Vor allem aber ist der Umfang dieser Listen meist sehr überschaubar, erlaubt aber schon einmal einen ersten kleinen Eindruck.


DorisPaas.de – Lebensmittel-Datenbank

Für die tägliche Arbeit mit dem eigenen Speisezettel lege ich Ihnen deshalb unbedingt die DorisPaas.de – Lebensmittel-Datenbank ans Herz, die viele von Ihnen ja bereits für andere Unverträglichkeiten kennen und nutzen. Jetzt ist diese Datenbank um die Spalte »Oxalate« erweitert, und Sie können die Datenbank nun nicht nur für Ihre bisherigen Unverträglichkeiten nutzen, sondern gleichzeitig auch zur Ermittlung von hohen bzw. niedrigen Oxalatgehalten in mittlerweile mehr als 1600 Lebensmitteln.

Ich möchte jedoch ausdrücklich darauf aufmerksam machen, wie wichtig es ist, Prioritäten zu setzen. Selbstverständlich kann man hier für jede erdenkliche Unverträglichkeit Filter setzen und alles und jedes ausschließen, was eventuell Probleme machen könnte. Das aber ist nicht Sinn der Datenbank! Deshalb hier noch einmal der Hinweis: Es ist essentiell, so viel Abwechslung wie möglich auf dem Teller zu haben! Bitte nutzen Sie deshalb unbedingt auch die Möglichkeit, Ihren Speisezettel neben den grün-markierten auch mit Lebensmitteln zu erweitern, die mit einer gelben Markierung versehen sind und ausprobiert werden können. Insbesondere bei Oxalatproblemen ist es auch immer die Menge, die, wie oben erwähnt, das Gift macht – genauso, wie bei allen anderen Unverträglichkeiten auch (natürlich abgesehen von der Zöliakie, bei der auch kleinste Mengen an Gluten verboten sind).

Die DorisPaas.de – Lebensmittel-Datenbank ist hilfreich, um zunächst die größten Übeltäter mit der roten Markierung zu erkennen und ein Gefühl für Zusammenhänge zu vermitteln. Nach einer Phase der Elimination aus dem Körper aber sollten Sie unbedingt beginnen auszutesten, welche Mengen für Sie verträglich sind – genauso, wie Sie dies bei anderen Unverträglichkeiten gewohnt sind.


 
Beratung

Gerne biete ich Ihnen eine individuelle Beratung an – auf Wunsch auch telefonisch oder online per Zoom.
Bitte informieren Sie sich auf meiner Website unter dem Menüpunkt »Praxis«.





Lesen Sie hierzu bitte auch folgende Beträge:
Multiple Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten
Dünndarmfehlbesiedelung
Grundsätzliches über die Mikrobiota
Wie gesund ist vegane Ernährung
DorisPaas.de – Lebensmittel-Datenbank




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