Letzte Aktualisierung: 15.9.2019

Akupressur

zur Beeinflussung von Magen-/Darmproblemen
Wahrscheinlich hat jeder schon einmal von der der Akupunktur gehört, einer in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verankerten Methode. Dabei werden feine Nadeln in bestimmte Punkte auf unserer Körperoberfläche gestochen, um den Energiefluss zu harmonisieren oder auch um die Produktion körpereigener Stoffe zu produzieren. Diese Technik wird von geschulten TCM-Therapeuten durchgeführt, die – günstigstenfalls in China – geschult werden, u.a. um die genaue Lage der geeigneten Punkte auffinden zu können.

Unser Körper ist nicht nur mit Nervenbahnen durchzogen, die Reize weiterleiten können, sondern auch von den sogenannten Meridianen (Leitbahnen), in denen nach der TCM-Lehre die Lebensenergie, das Qi, fließt. Die Meridiane sind unseren Organen zugeordnet. So gibt es u.a. den den Dickdarm-Meridian (Di), den Milz-Meridian (Mi) oder den Magen-Meridian (Ma) und andere. Zusätzlich gibt es weitere Leitbahnen wie z.B. das sogenannte Konzeptionsgefäß (Ren Mai) und das Lenkergefäß (Du Mai), deren Namen keinen direkten Organbezug erkennen lassen. Die Akupunkturpunkte sind auf den Meridianen durchnummeriert und entsprechend ihrer Lage z.B. mit »Di 4«, »Ma 37« oder »Ren 6« bezeichnet.

Ist der Energiefluss gestört, können Krankheiten die Folge sein. Insbesondere chronische Erkrankungen können durch die Aktivierung des Energieflusses günstig beeinflusst werden. Dabei werden die Körperorgane nicht immer oder nicht ausschließlich über den dem Organ zugeordneten Meridian erreicht, es können durchaus auch Punkte auf anderen Meridianen manipuliert werden, um einen optimalen Effekt zu erzielen.

Aber nicht nur der Energiefluss kann durch die Akupunktur normalisiert werden, es kann auch direkt die Produktion von verschiedenen Stoffen wie z.B. »Schmerzmitteln« angeregt werden, die sich dann günstig auf Missempfindungen auswirken können. Es ist beispielsweise sogar möglich (und wird in China auch gehandhabt), das mit der Akupunktur Schmerzempfinden soweit auszuschalten, dass Operationen ohne eine weitere Anästhesie durchgeführt werden können. In Deutschlandsind wir hier noch nicht so weit, aber für bestimmte Indikationen wie z.B. bei chronischen Schmerzen im Knie oder an der Lendenwirbelsäule werden die Kosten für Akupunkturbehandlungen von den Krankenkassen übernommen.

Bei der Akupunktur, werden, wie oben erwähnt, feine dünne Nadeln direkt in die dicht unter der Haut liegenden Punkte eingestochen. Die Punkte können aber auch mit Werkzeugen (wie z.B. Akupunkturstiften) oder auch mit den Fingern gedrückt werden – diese Technik heißt Akupressur. Bei beiden Techniken ist die exakte Kenntnis der Lage der Punkte wichtig, weil schon kleinere Abweichungen den Erfolg infrage stellen.

Für den ungeübteren Anwender ist die Klopftechnik eine gute Einstiegs-Alternative, bei der die entsprechenden Punkte leicht mit den Fingerspitzen geklopft werden. Da durch das Klopfen eine Vibration über dem Punkt und auch ein wenig darum herum entsteht, kann auch bei leichten Abweichungen eine Wirkung erzielt werden.


Akupressur

Bei der Akupressur wird der jeweils den Beschwerden entsprechende Punkt mit einer Fingerspitze, dem Daumen oder einem Hilfsmittel (wie z.B. einem festen Schaumstoffball) mehr oder weniger kräftig gedrückt. Dabei den Finger oder das Hilfsmittel ein wenig auf dem Punkt kreisen lassen und den Akupunkturpunkt massieren. Die Massagedauer sollte etwa 2 bis 5 Minuten pro Punkt betragen. Es ist wichtig, dass Sie keinesfalls Ihre Schmerzgrenze überschreiten, manchmal kann es jedoch sein, dass der Druck ein wenig unangenehm ist.


Klopftechnik

Bei der Klopftechnik wird leicht mit den Kuppen von zwei Fingern auf den Akupunkturpunkt geklopft. Ein mehrmaliges kurzes, leichtes Anstupsen der Haut über dem Punkt und sofortiges Zurückfedern genügt – etwa zwei- bis dreimal pro Sekunde für ca. 2 bis 5 Minuten. Mit welcher Hand Sie auf welcher Seite klopfen, ist für die Wirkung unerheblich, die Punkte sind symmetrisch auf beiden Körperseiten angeordnet.


Akupunktur-Punkte für Magen-/Darmbeschwerden

Gerade Verdauungsbeschwerden lassen sich mit der Akupressur oder Klopftechnik günstig beeinflussen und es lohnt sich auf jeden Fall, sich mit der Lage der geeigneten Akupunkturpunkte vertraut zu machen. So kann man grundsätzliche, ausgleichende Effekte für die Funktionen von Magen, Dünn- und Dickdarm erreichen – vor allem auch bei den verschiedensten Reizdarm-Beschwerden. Mit der Bearbeitung spezieller Punkte kann man sich auch bei Blähungen im Oberbauch, bei Flatulenzen, Durchfall, Verstopfung, Übelkeit und Völlegefühl oder Sodbrennen und Reflux Erleichterung verschaffen.

Es gibt mehrere Punkte am Rumpf, an den Beinen und Füßen, deren Aktivierung einen generell harmonisierenden Einfluss auf Magen und Darm haben. Diese Punkte sollten Sie standardmäßig mindestens dreimal am Tag nacheinander massieren oder klopfen. Weiterhin gibt einen Punkt, den man am Morgen zur Aktivierung und einen Abendpunkt zur Beruhigung bearbeiten kann. Zusätzlich sind hier Punkte aufgeführt, die im Notfall weiterhelfen können.

Beginnen Sie mit einem oder zwei Punkten, die Sie auffinden und bearbeiten sollten. An den darauffolgenden Tagen nehmen Sie jeweils einen weiteren Punkt hinzu, bis Sie alle Punkte sicher lokalisieren können. Üben Sie die Akupressur dieser Punkte immer mal wieder, um sie im Ernstfalle rasch finden zu können.

Zur Harmonisierung und Beruhigung Ihres gesamten Verdauungssystems ist es günstig, alle Standardpunkte täglich mehrfach nacheinander zu bearbeiten. Zu diesem Standar-Programm kommen am Morgen der Morgenpunkt zur Aktivierung der Energie bzw. am Abend ein beruhigender Punkt. Bei akutem Durchfall, Panik oder Schmerzen massieren oder klopfen Sie zusätzlich den entsprechenden Notfallpunkt. Lage und Wirkbereich dieser Punkte sind hier abgebildet. Zusätzlich wird die Lage beschrieben, und Sie finden eine Anleitung, wie Sie die Punkte mithilfe von gedachten Hilfslinien am besten auffinden können.

Es gibt für die verschiedenen Verdauungsprobleme noch wesentlich mehr geeignete Akupunkturpunkte, als in der folgenden Aufstellung beschrieben. Für den Anfang jedoch können die unten dargestellten Punkte schon einmal sehr hilfreich sein. Lassen Sie sich trotzdem bitte am besten von einer geschulten Therapeutin oder einem Therapeuten anleiten, damit Sie zum einen die Lage der verschiedenen Akupunkturpunkte und die angemessene Intensität erlernen und die Akupressur dann zu Hause erfolgreich durchführen und die optimale Wirkung erzielen können. Zum anderen können Sie sich weitere Punkte zeigen lassen, die für Ihre individuellen Probleme geeignet sind.



Standardpunkte

→ Reizdarm (Ma 37)


Magen 37 Wirkung: beruhigend bei allen Reizdarmbeschwerden und Durchfall
Lage: Der Punkt liegt auf dem Magen-Meridian (Ma37) und befindet sich kurz über der Mitte zwischen dem Knie und dem Fuß außen neben dem Schienbein.
Auffinden: Suchen Sie ihr Schienbein und legen am Unterschenkel eine gedachte senkrechte Hilfslinie etwa 2 cm nach außen. Auf dieser Hilfsline liegt der Akupressurpunkt 3 Fingerbreit über der Mitte der Länge des Unterschenkels.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt kräftig einige Minuten.



→ Verdauung (Ma 41)


Magen 41 Wirkung: Normalisierung der Verdauung
Lage: Der Punkt liegt auf dem Magen-Meridian (Ma 41) und befindet sich in der Beugefalte des Fußes.
Auffinden: Der Akupressurpunkt befindet sich in der Mitte der Beugefalte des Fußes.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt kräftig einige Minuten.



→ Blähungen (Le 3)


Leber 3 Wirkung: entkrampfend bei Blähungen
Lage: Der Punkt liegt auf dem Leber-Meridian (Le 3) und befindet sich auf dem Fußrücken.
Auffinden: Der Akupressurpunkt befindet sich auf dem Fußrücken in der Mitte zwischen den Zehen und dem Beugegelenk zwischen den Knochen des großen und des ersten Zehs.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt kräftig einige Minuten.



→ Magen (Ren 15)


Ren Mai 15 Wirkung: beruhigend bei Magenbeschwerden und Sodbrennen
Lage: Der Punkt liegt auf dem Konzeptionsgefäß-Meridian (Ren15) und befindet sich kurz unter der Spitze des Brustbeins.
Auffinden: Suchen Sie die unterste Spitze Ihres Brustbeins. Der Akupressurpunkt befindet sich ca. 1cm oberhalb der Spitze.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt sanft einige Minuten. Sie können sich auch einen halbfesten Schaumstoffball besorgen, dessen Größe zwischen einem Golf- und einem Tennisball liegt. Diesen Ball vorsichtig mit der Handfläche auf dem Akupressurpunkt herumrollen.





Morgen- und Abendpunkte

→ Aktivierender Morgenpunkt (Ren 6)


Ren Mai 6 Wirkung: aktivierend bei Energiemangel und seelischer Erschöpung
Lage: Der Punkt liegt auf dem Konzeptionsgefäß-Meridian (Ren6) und befindet sich 4-5 Fingerbreit unterhalb des Bauchnabels.
Auffinden: Legen Sie die flache Hand waagerecht unter Ihren Bauchnabel. Der Akupressurpunkt befindet sich 4-5 Fingerbreit unterhalb des Nabels.

Technik: Am Morgen: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt sanft einige Minuten.




→ Beruhigender Abendpunkt (Ma 36)


Magen 36 Wirkung: beruhigend bei allen Störungen von Magen und Darm
Lage: Der Punkt liegt auf dem Magen-Meridian (Ma36) und befindet sich etwa 4 Fingerbreit unter dem Knie außen neben dem Schienbein.
Auffinden: Suchen Sie ihr Schienbein und legen Sie am Unterschenkel eine senkrechte gedachte Hilfslinie etwa 2 cm nach außen. Legen Sie nun ihre Finger waagerecht direkt unter die Kniescheibe und bilden hier eine waagerechte Hilfslinie. Der Akupressurpunkt befindet sich im Schnittpunkt dieser beiden Linien.

Technik: Für den Abend: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt kräftig einige Minuten.




Notfallpunkte

→ Schmerz-Masterpunkt (Di 4)


Dickdarm 4 Wirkung: lindernd bei allen Schmerzzuständen
Lage: Der Punkt liegt auf dem Dickdarm-Meridian (Di4) und befindet sich auf dem Wulst zwischen Daumen und Zeigefinder.
Auffinden: Wenn Sie den Daumen an die restliche Handfläche drücken, ensteht zwischen Daumen und Zeigefingerwurzelknochen ein Wulst. Der Akupressurpunkt befindet sich auf dem höchsten Punkt dieses Wulstes.

Technik: Lösen Sie den Daumen von der Handfläche, so dass der Wulst verschwindet. Drücken Sie mit dem Daumen der anderen Hand an der Stelle des Akupunkturpunktes gegen den Handwurzelknochen des Zeigefingers. Sie fühlen evtl. einen leichten Druckschmerz. Nun einige Minuten kräftig massieren bzw. den Punkt an dieser Stelle klopfen.


→ Krampfartige Bauchschmerzen (Ma 35)


Magen 35 Wirkung: rasch lindernd bei krampfartigen Bauchschmerzen
Lage: Der Punkt liegt auf dem Magen-Meridian (Ma35) und befindet sich etwa 1 Fingerbreit unter dem Knie außen neben dem Schienbein.
Auffinden: Suchen Sie ihr Schienbein und legen Sie am Unterschenkel eine senkrechte gedachte Hilfslinie etwa 2 cm nach außen. Legen Sie nun einen Finger waagerecht direkt unter die Kniescheibe und bilden hier eine waagerechte Hilfslinie. Der Punkt befindet sich im Schnittpunkt dieser beiden Linien.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren bzw. klopfen den Punkt kräftig einige Minuten.


→ Panik und Durchfall (Mi 1)


Milz 1 Wirkung: rasch bei Panikattacken und Durchfall
Lage: Der Punkt liegt auf dem Milz-Meridian (Mi 1) und befindet sich an der großen Zehe.
Auffinden: Der Akupressurpunkt befindet sich neben dem Außenrand nd an der unteren Kante des Nagels der großen Zehe.

Technik: Suchen Sie den Punkt und massieren den Punkt kräftig einige Minuten.




 
Beratung

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Bitte informieren Sie sich auf meiner Praxis-Website »www.Ganzheitliche-Gesundheitsberatung.de«





Lesen Sie hierzu bitte auch folgende Beträge:
• Darmpflege: Gesunder Darm – gesunder Mensch
• Gesunde Verdauung
• Behandlung des Reizdarm-Syndroms
• Entspannung
• Sodbrennen und Reflux



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