Letzte Aktualisierung dieser Seite: 30.6.2014

Informationen über Milch – meine persönliche Meinung


Milch ist im Normalfall die erste und ausschließliche Nahrung von Säuglingen. Muttermilch enthält Flüssigkeit gegen Durst und gegen den Hunger Eiweiß, Fett und Kohlehydrate in einem ausgeglichenen Verhältnis, daneben Vitamine und Mineralstoffe und damit sämtliche, in der ersten Lebensphase für die Entwicklung des Körpers und insbesondere des Gehirns notwendigen Stoffe. Wichtig ist auch zu erwähnen, dass mit der Muttermilch Abwehrstoffe gegen alle Krankheiten, die die Mutter erfolgreich überwunden hat, an den Säugling weitergegeben werden und ihn damit in der Stillzeit gegen diese Erkrankungen weitgehend immun machen. Somit sind gestillte Babys grundsätzlich gesünder als Kinder, die mit der Flasche und damit mit einer »artfremden« Milch aufgezogen werden, und ich bin sehr dafür, junge Mütter davon zu überzeugen, dass sie ihre Kinder möglichst lange stillen.

Von der Natur ist vorgesehen, menschliche Säuglinge mehrere Monate ausschließlich zu stillen, bis im Alter von etwa 4-6 Monaten langsam begonnen wird, zusätzliche Kost zu füttern und sie so nach und nach von der Muttermilch zu entwöhnen.

Auch für heranwachsende Kinder und Erwachsene könnte Milch – bei uns ist es meistens Kuhmilch – ein wertvolles Nahrungsmittel sein, wenn sie – wie in anderen Regionen und Kulturen – in Maßen und in gesäuerter oder vergorener Form verzehrt würde. Kuhmilch enthält viele Bestandteile, die auch für die menschliche Ernährung wertvoll sein können.

Bei uns gelangt Milch im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungs- und Verarbeitungsmethoden in den Handel, wo sie als Frischmilch, haltbare Milch oder als Milchprodukte wie Sahne, Butter, Käse, Quark und Joghurt etc. verkauft wird. Unbehandelte Milch würde schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar, der heute nicht mehr täglich beim Bauern in der Nachbarschaft einkaufen kann. Die mittlerweile stark entwickelte Milchwirtschaft forciert die gesetzlichen Regelungen zur Konservierung, um die Vermarktungsfähigkeit von Milch und Milchprodukten zu einem für sie äußerst lukrativen Geschäft zu machen.

Bei der Konservierung wird die Milch mit verschiedenen Verfahren erhitzt. Dadurch werden nicht nur Keime abgetötet, die zum Verderb der Milch beitragen, sondern es wird auch das Eiweiß verändert (denaturiert), wodurch es schwerer verdaulich wird. Zusätzlich wird mit dem Homogenisieren das Milchfett in kleinste Tröpfchen zerteilt, damit es sich nicht mehr als Rahmschicht absetzt. Diese kleinsten Tröpfchen können – eventuell sogar beladen mit dem denaturierten Eiweiß – zwischen den Zellen der Darmschleimhaut hindurchschlüpfen und ins Blut gelangen. Dort können diese Stoffe Allergien verursachen. Die Milcheiweißallergie ist eine der bei Kindern am häufigsten beobachteten Allergieformen.

Darüber hinaus ist die Produktion von Milch und Milchprodukten für den Handel längst nicht mehr nur die Abfüllung, ggf. ein teilweiser Fettentzug oder die Verarbeitung der frischen Milch zu Joghurt, Quark oder Käse durch Hinzufügen von verschiedenen nützlichen Bakterienkulturen. Die Milchindustrie zerlegt heute die vom Bauern angelieferte Milch zuerst in alle ihre Bestandteile, die sie dann wie Designer ganz nach »Verbraucherwünschen« wieder zusammensetzt. Natürlich werden dabei dann diverse Zusatzstoffe hinzugefügt, um das Endprodukt möglichst über viele Wochen »frisch« zu halten, farblich oder in der Konsistenz anzupassen oder auch den gerade vorherrschenden Modegeschmack zu treffen – eine eher unangenehme Vorstellung.

Ein weiterer, wichtiger Gesichtspunkt ist die Tatsache, dass ein großer Teil der Milch, die in den Handel kommt, von trächtigen Kühen gemolken wird, weil eine Einhaltung einer sogenannten »Trockenzeit« – also einer Zeit, in der die Kühe nicht gemolken werden – den Tieren aus Profitgründen nur noch sehr kurz vor dem Kalben zugestanden wird. Dies hat zur Folge, dass die Milch Schwangerschaftshormone enthält, die zwar nicht hunderprozentig identisch mit den menschlichen Hormonen sind, sich jedoch ähneln. Es ist noch nicht bewiesen, ob nicht der rasante Anstieg der Brustkrebserkrankungen mit dieser Tatsache in Zusammenhang stehen könnte.

Leider sind in der Milch, die heutzutage im Handel angeboten wird, auch die diversesten Schadstoffe enthalten – dies nicht nur, weil die Tiere nicht mehr artgerecht gehalten werden und somit immer mehr Medikamente zum Einsatz kommen (müssen), sondern auch, weil oftmals bereits Futter und Wasser hochgradig schadstoffbelastet sind: Ab und an erreicht ein Futtermittelskandal den Weg in die Öffentlichkeit, der uns dieses Problem bewusst macht. Aber alle Beteiligten sorgen mit vereinten Kräften dafür, dass diese profitschädigenden Misstände möglichst schnell wieder in Vergessenheit geraten können.

Aus diesem Grunde möchte ich persönlich Milch – wenn überhaupt – nur in sehr kleinen Mengen und eigentlich nur als Rohmilch empfehlen. Ansonsten sollten Sie Trinkmilch, wenn möglich, nur als Frischmilch verzehren. Besser ist der Verzehr von gesäuerten oder vergorenen Milchprodukten wie Quark, Joghurt, Kefir oder Käse.

Da Milch (mit Ausnahme von H-Milch oder gar Sterilmilch) in meinen Augen wegen ihrer Inhaltsstoffe trotz aller Verarbeitungsschritte ein wertvolles Nahrungsmittel darstellt, verzehre ich selbst Milchprodukte in vernünftigen Maßen. Für mich bedeutet dies einen kleinen Schuss Trinkmilch in meinen morgendlichen Tee und ab und an einen kleinen Becher Joghurt als Zwischenmahlzeit, wobei ich mehr und mehr dazu übergehe, mir meinen »Joghurt« aus Sojamilch selbst herzustellen. Wegen meiner Laktose-Intoleranz kaufe ich laktosefreie Produkte. Die Milchmengen, die uns die Milchindustrie als unverzichtbar für unsere Gesundheit – besonders für die Gesundheit unserer Knochen – aufschwatzen will, sind jedoch ganz gewiss nicht erforderlich.

Wer mehr über Milch und die industrielle Milchproduktion wissen möchte, dem sei das Buch »Milch besser nicht« oder die Website www.milchbessernicht.de von Maria Rollinger empfohlen. Danach sollte jeder selbst entscheiden, ob und in welchen Maßen er noch Milch verzehren möchte oder ob er lieber ganz darauf verzichten will.

Der Vollständigkeit halber wird auch am Ende dieser Seite noch einmal erklärt, ob man Medikamente zusammen mit Milch einnehmen darf, da diese Frage immer wieder gestellt wird.

 
Zusammensetzung der Kuhmilch

Kuhmilch enthält etwa 87,5% Wasser. Das Kuhmilch-Eiweiß von ca. 3,5% enthält die meisten vom Menschen benötigten essentiellen Aminosäuren und kann gut vom Körper aufgenommen werden. Der Fettgehalt beträgt natürlicherweise etwa 4%. Bei der industriell hergestellten »Vollmilch« wird der Fettgehalt auf 3,5 - 3,8% eingestellt, weiterhin gibt es fettarme Milchsorten mit 1,5% und auch mit 0,5% Fett. Das in der Milch enthaltene Kohlenhydrat ist der Milchzucker (Laktose), deren Anteil 4,8% beträgt. Weitere Kohlenhydrate sind nur geringfügig enthalten. Als Besonderheit ist anzumerken, dass Milch als einziges tierisches Nahrungsmittel kleine Mengen Oligosaccharide (Mehrfachzucker) enthält, die bei einer entsprechenden Unverträglichkeit evtl. Probleme machen könnten.

Die Milch enthält verschiedene Fettsäuren, die meisten sind gesättigte Fettsäuren und somit weniger wertvoll für die menschliche Ernährung. Es sind jedoch auch »gute« Fettsäuren enthalten wie u.a. conjugierte Linolsäure (CLS), die den Stoffwechsel von Glukose und Fetten günstig beeinflusst und der Arteriosklerose vorbeugt, indem sie im Blut vorhandene Lipide (z.B. Cholesterin) verringert. Darüber hinaus werden im Milchfett die fettlöslichen Vitamine gespeichert, deren Aufnahme erwünscht ist.

Neben dem Vitamin D sind die Vitamine A und E die in der Milch enthaltenen, fettlöslichen Vitamine. Weiterhin sind die wasserlöslichen Vitamine C, B1, B2, B6, B12, B3 (Niacin) und B9 (Folsäure) enthalten.

Die wichtigsten enthaltenen Mengen- und Spurenelemente in der Milch sind Kalzium, Phosphor, Magnesium, Jod und Zink, weiterhin Kalium, Natrium, Eisen, Kupfer, Cobalt, Zinn, Mangan, Aluminium, Fluor, Brom, Bor, Silicium und Selen. Ein Liter Vollmilch enthält ca. 7g Mineralstoffe.

 
Konservierungsmethoden

Milch gelangt im Allgemeinen erst nach verschiedenen Konservierungsmethoden in den Handel, weil unbehandelte Milch schnell schlecht und damit für den Verbraucher ungenießbar wird. Dies würde sich negativ auf die Vermarktungsfähigkeit auswirken. Die Konservierung von Milch ist gesetzlich geregelt.

Die wichtigste und erste Maßnahme gleich nach dem Melken noch beim Erzeuger ist die Kühlung, um die Keimentwicklung in der euterwarmen Milch zu verlangsamen. Gekühlte, ansonsten aber unbehandelte Milch (Rohmilch) ist etwa 2 - 3 Tage haltbar.

Weiterhin wird Milch homogenisiert. Dabei werden die relativ großen Fetttröpfchen durch Pressen der Milch durch äußerst feinmaschige Lochplatten um ein Vielfaches verkleinert. Ohne Homogenisierung setzt sich nach kurzer Zeit das Milchfett als Rahmschicht auf der Milchoberfläche ab und könnte von dort abgeschöpft und beispielsweise zu Butter verarbeitet werden. Da das Aufrahmen bei verkaufter Trinkmilch nicht erwünscht ist, wird mit der Homogenisierung dieser Vorgang unterbunden. Die Haltbarkeit wird dadurch nicht verändert.

Milch gelangt mit Ausnahme bei der Direktvermarktung pasteurisiert in den Handel. Bei diesem Verfahren wird die Milch mit Dampf für 20 - 40 Sekunden auf 71 - 75 °C erhitzt. Dabei werden viele Keime abgetötet, wodurch die Haltbarkeit der Milch im Kühlschrank ca. 7 Tage beträgt. Pasteurisierte Milch darf trotz dieser Behandlung als »Frischmilch« bezeichnet werden.

Die so genannte H-Milch ist ultrahocherhitzt. Hierbei wird die Milch 1 - 3 Sekunden auf 135 - 150 °C erhitzt und ist ungeöffnet und ungekühlt ca. 3 Monate haltbar, nach dem Öffnen jedoch nur wenige Tage wie Frischmilch. Sterilisierte Milch, die durch Erhitzen auf 110 - 120 °C über einen Zeitraum von mindestens 30 Minuten so gut wie keimfrei gemacht wird, ist bei Zimmertemperatur mindestens 6 Monate haltbar, nach dem Öffnen wie Frischmilch etwa 2 - 3 Tage.

Sämtliche Methoden zur Haltbarmachung durch Erhitzen bewirken, dass Keime abgetötet werden, die die Milch verderben könnten. Dies können krankmachende Keime sein, aber auch Bakterien mit durchaus positiven Wirkungen, und sei es »nur«, dass durch die Auseinandersetzung mit normalerweise schädlichen Bakterien eine Abhärtung des Körpers und damit eine Stärkung des Immunsystems erreicht wird, oder sei es eine die Darmflora unterstützende Funktion der Milchsäurebakterien.

Weiterhin wird mit der Haltbarmachung der Milch durch Erhitzen das Milcheiweiß denaturiert, also in seiner Struktur verändert und kann vom Körper nicht mehr korrekt verdaut werden. Frische Milch – am besten Rohmilch – ist also auf jeden Fall der behandelten vorzuziehen. Sie hat natürlich den Nachteil, dass sie schneller verdirbt und deshalb den täglichen Einkauf erforderlich macht.

Hinweis: Für Kinder und Schwangere ist Rohmilch nicht uneingeschränkt zu empfehlen, da sie u.a. Listerien enthalten kann, eine Bakterienart, die eine Infektionskrankheit, die Listeriose verursachen können. Diese kann bei Menschen mit geschwächtem oder noch nicht voll ausgebildetem Immunsystem u.a. Blutvergiftungen oder sogar Hirnhautentzündungen hervorrufen. Bei Schwangeren ist eine Listeriose deshalb sehr gefährlich, weil eine Infektion, die schwere Schäden für das ungeborene Kind, Frühgeburten oder sogar das Absterben des Fötus nach sich ziehen kann, für die Mutter oftmals unbemerkt verläuft, so dass keine Behandlung erfolgt.

 
Schadstoffe in der Milch
Kuhmilch – oder zumindest der Rohstoff, der zu den Erzeugnissen, die uns die Milchindustrie als Milch, Joghurt und Co. verkauft – ist eigentlich ein natürliches Produkt, das in den Milchdrüsen der Kuh gebildet wird. Aber die Qualität und die Inhaltsstoffe sind davon abhängig, wie das Tier gehalten wird, welches Futter es erhält und auch welche Medikamente verabreicht werden.

Mit der Massentierhaltung werden leider immer mehr Medikamente erforderlich, um die Tiere gesund zu erhalten (u.a. Antibiotika). Weiterhin kommen auch Hormone zum Einsatz, um die Fleischqualität oder die Milchleistung zu beeinflussen und somit die Gewinne der Bauern zu steigern.

Viele dieser Medikamente gehen in die Milch über, auch wenn es gesetzliche Regelungen gibt, dieses Risiko zu minimieren. Unglücklicherweise sind die Gesetze aber aus meiner Sicht aufgrund des Einknickens der Politiker gegenüber der Bauernschaft und auch nicht zuletzt durch die Europäisierung, bei der grundsätzlich scheinbar immer nur der kleinste gemeinsame Nenner gefunden wird, viel zu lasch und deren Einhaltung wird darüber hinaus auch nicht ausreichend kontrolliert. In regelmäßigen Abständen aufflackernde Lebensmittelskandale bestätigen dies.

Über Futter, Trinkwasser und auch die Luft können weitere Schadstoffe von den Tieren aufgenommen werden. Hier sind insbesondere Schimmelpilzgifte zu nennen, da sich in den feuchten Ställen leicht am Boden und in der Luft und auch im Futter Schimmelpilze bilden und halten können. Bei der frührer üblichen Haltung, bei der die Tiere tagsüber auf die Weiden getrieben und nur nachts in die Ställe geholt wurden, die dabei auch noch tagsüber offen standen und auslüften konnten, ergab sich dieses Problem nicht oder zumindest nicht in dem Maß. Heute jedoch werden die Kühe ausschließlich in den Ställen gehalten und kommen ihr gesamtes Leben nicht einmal auf eine Weide. Ställe und Futtersilos werden mit schimmelhemmenden Mitteln behandelt, die auf der einen Seite die Schimmelbildung nicht vollständig unterdrücken können und auf der anderen Seite zusätzlich von den Tieren aufgenommen werden. Und selbst abgetötete Schimmelpilze enthalten immer noch die gefährlichen Gifte, die sich dann zusätzlich mit den Chemikalien in Fleisch und Milch anreichern können.

Die meisten Schadstoffe werden aber durch das schwermetall- und nitratbelastete Trinkwasser und die Nahrung aufgenommen. Mit Tierfutter lässt sich nämlich trefflich Geld verdienen: Hier wird häufig von der Industrie hineingepanscht, was kaum vorstellbar ist – alles aus Gier nach Profit. Der Anfang 2011 an die Öffentlichkeit gelangte Dioxin-Skandal, der publik wurde, weil zufällig in Hühnereiern Dioxin gefunden wurde, ist ganz sicherlich nur die Spitze des Eisberges und zeigt, dass skrupellose Futtermittelhersteller billige Fette, die für industrielle Zwecke gedacht waren, in Tierfutter gemischt hatten, um so ihre Gewinne zu maximieren.

Auch in der Milch – bevorzugt im Milchfett – reichern sich gerne Dioxine an, und lt. Umweltbundesamt (BfR) nimmt der Mensch durchschnittlich täglich mit der getrunkenen Milch 17 Pikogramm Dioxin auf. Diese Menge erscheint nur gering – vor allem vor dem Hintergund, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) die tägliche Aufnahme von 4 Pikogramm Dioxin pro kg Körpergewicht über die Nahrung für unbedenklich hält (bei einem Durchschnittsgewicht von 75 kg wären dies also 300 Pikogramm pro Tag). Aber wir nehmen ja zum einen nicht nur über die Milch Dioxine auf, sondern über viele andere Nahrungsmittel auch, so dass allein dadurch schon eine erkläckliche Menge zusammen kommt. Und zum anderen wissen wir ja leider auch, dass die einzelnen Gifte nicht isoliert betrachtet werden dürfen – wie der Cocktail aus vielen verschiedenen Giften wirkt, wird ja leider nicht erforscht und bewertet.

Dioxine allein betrachtet sind äußerst gefährliche Gifte, die schon in allerkleinsten Mengen sehr gefährlich sein können. Spätestens seit dem Chemieunfall im italienischen Seveso (1976) ist bekannt, dass sich Dioxin in Milch anreichern kann – Müttern hier in Deutschland wurde noch einige Jahre danach die Möglichkeit gegeben, ihre Muttermilch auf den Gehalt des Giftes untersuchen zu lassen. Es geht nicht nur sofort in die Milch über, sondern lagert sich jahre- und jahrzehntelang im Fettgewebe (u.a. der Brust bzw. des Euters) ab, und wird dann in der Laktationsphase an die Milch abgegeben.

Aber auch ohne Skandale ist die Qualität von Tierfutter nicht die beste: Selbst wenn die Bauern nur ihr eigenes Heu verfüttern und das Wasser aus einem eigenen Brunnen zapfen, so befindet sich inzwischen weltweit eine mehr oder weniger hohe Konzentration von Dioxinen auf den Weiden – eine absolut dioxinfreie Milch gibt es auch bei sorgfältigster Produktion nicht (noch nicht einmal Biomilch ist völlig dioxinfrei). Und darüber hinaus haben die Bauern meist zuvor nitrathaltige Gülle aus den Ställen auf ihre Wiesen gefahren und auf den danebenliegenden Äckern »Pflanzenschutzmittel« (Pestizide und Herbizide) ausgestreut, die mit dem Regen ins Grundwasser gelangen – der Kreislauf schließt sich.

Hinzu kommen selbstverständlich noch die Schadstoffe, die bei der Verarbeitung der Milch in den Molkereien in die Produkte gelangen. Wie oben beschrieben, ist die Milch, die wir im Supermarkt kaufen, ja leider nun wirklich nicht mehr das Naturprodukt, als das sie uns gerne in der Werbung angepriesen wird: In der Molkerei werden reihenweise Zusatzstoffe zur Milch hinzugegeben – und wenn ein Gesetz gegen den Zusatz eines Stoffes zur Milch spricht, so bleibt häufig noch die Möglichkeit, ihn als Bestandteil von beispielsweise Fruchtzusätzen in Joghurt etc. doch unterzubringen – Hintertürchen gibt es diverse.

Natürlich müssen in der Molkerei alle Produktionsanlagen peinlichst sauber gehalten werden, denn Milch ist ein hervorragender Nährboden für Bakterien. Und verdorbene Milchprodukte schmälern den Gewinn des Herstellers. Deshalb werden reichlich Reinigungsmittel eingesetzt – schon die Tanklaster, mit denen die Milchmengen von den Bauern eingesammelt und über Land transportiert werden, dürfen keinerlei Verunreinigungen enthalten. Auch hier gibt es diverse Möglichkeiten, dass eingesetzte Chemikalien, die nicht gänzlich aus den Tanks gewaschen werden, in der Milch zurückbleiben – es sind einige Rückholaktionen bekannt, die aufgrund solcher entdeckten Rückstände durchgeführt werden mussten.

Und last but not least können Verpackungen Schadstoffe an die Milch abgeben, denn die Zeiten, in denen wir mit der Milchkanne zum Bauern gingen, um unsere tägliche Milchration zu kaufen, sind seit Großmutters (oder bald Urgroßmutters) Zeiten vorbei. Heute werden Milch und Milchprodukte großteilig in Kunststoffbehältnissen abverkauft, die aus Materialien bestehen, deren Unbedenklichkeit immer wieder – natürlich erst im Nachhinein – durch neue Erkenntnisse erschüttert wird.

Leider erhalten die Verbraucher nur bei öffentlichen Skandalen und dann auch nur widerwillig und tröpfchenweise Informationen über Schadstoffe in Nahrungsmitteln – was alles unter dem Teppich gehalten wird, mag ich mir gar nicht vorzustellen.

 
Medikamenteneinnahme mit Milch
Bei den meisten Medikamenten wäre es höchstwahrscheinlich unproblematisch, sie mit Milch einzunehmen. Es gibt jedoch Wirkstoffgruppen, die sich nicht mit den Bestandteilen der Milch vertragen und deren Wirksamkeit in Zusammenhang mit Milch beeinträchtigt werden kann.

Hierzu zählt beispielsweise Tetracyclin, ein Antibiotikum, das mit dem Kalzium aus der Milch eine Verbindung eingehen kann, die nicht mehr durch die Darmwand aufgenommen werden kann. Somit wäre die Wirksamkeit des Mittels nicht mehr (oder nicht mehr in vollem Umfang) gewährleistet. Bei Einnahme von Antibiotika aus der Tetracyclin-Gruppe muss deshalb ein zeitlicher Abstand zwischen der Einnahme des Medikaments und dem Verzehr von Milch(produkten) von mindestens 2 Stunden eingehalten werden. Die gleiche Wirkung haben natürlich auch mit Kalzium angereicherte Fruchtsäfte.

Auch bei der Einnahme von MAO-Hemmern, enthalten in so genannten Psychopharmaka gegen Depressionen und Angststörungen, sollte auf den gleichzeitigen Verzehr von Milch und Milchprodukten verzichtet werden (ebenso wie generell auf sehr eiweißhaltige und auch geräucherte Nahrungsmittel wie Fleisch, Fisch (insbesondere Fischkonserven) und Räucherwurst). Der in diesen Nahrungsmitteln enthaltene Stoff Tyramin kann bei Einnahme von MAO-Hemmern nicht mehr ausreichend abgebaut werden und reichert sich im Körper an, was u.U. schwerwiegende Folgen wie beispielsweise Bluthochdruck bis hin zu Hirnblutungen nach sich ziehen kann.

Auch der aufgeklärteste Patient kann oftmals nicht wirklich entscheiden, ob ein Medikament ohne Probleme mit Milch zusammen eingenommen werden kann, zumal ständig neue Wirkstoffe auf den Markt kommen. Es wird zwar in den Waschzetteln meist erwähnt, wenn das Präparat nicht mit Milch eingenommen werden soll, aber viele Neben- und Wechselwirkungen werden dort leider nicht erwähnt.

Wenn Sie auf der sicheren Seite bleiben wollen, empfehle ich Ihnen, grundsätzlich keine Medikamente mit Milch einzunehmen, sondern immer nur Wasser zu verwenden, da es durchaus auch Probleme mit anderen Getränken wie beispielsweise Grapefruitsaft und selbstredend natürlich auch alkoholischen Getränken geben kann.

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