Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.5.2015

Glutamat-Intoleranz
oder auch » Das Chinarestaurant-Syndrom«


Viele Menschen berichten, dass Sie nach einem Essen im Chinarestaurant Probleme verschiedenster Art bekommen. Nicht nur Verdauungsbeschwerden wie Blähungen oder Durchfälle können die Folge eines chinesischen Essens sein, auch plötzliche Hitzewallungen, Schwindelanfälle, Kopfschmerzen oder Herzrasen u.Ä. sind bekannt. Wegen der Häufigkeit werden die daraus resultierenden Beschwerden, die denen der Histamin-Intoleranz gleichen, auch das »Chinarestaurant-Syndrom« genannt.

Schuld daran sind wahrscheinlich die Geschmacksverstärker aus der Glutamat-Gruppe, die in der chinesischen Küche vermehrt Verwendung finden. Da Glutamate genauso wie das Histamin von dem Enzym Diaminoxidase abgebaut werden, ist die Abgrenzung der Glutamat- zur Histamin-Intoleranz fließend. Auf jeden Fall ist bei einer Glutamat-Intoleranz der Verzehr von Glutamaten zu meiden.

Leider werden Glutamate als Geschmacksverstärker in vielen industriell verarbeiteten Nahrungsmitteln verwendet. Geschmacksverstärker erscheinen auf der Zutatenliste mit den E-Nummern 620 bis 627. Die Verbraucherzentrale führt in einer Broschüre über die in der EU zugelassenen Lebensmittel-Zusatzstoffe zu dem Geschmacksverstärker Glutaminsäure (E620) folgendes auf: »... Steht unter Verdacht, bis zu zwei Stunden nach dem Verzehr bei empfindlichen Menschen ein Taubheitsgefühl im Nacken, Rücken und Armen, sowie Herzklopfen Kopfschmerzen und Schwächegefühl (»China-Restaurant-Syndrom«) auszulösen. Durch neuere Studien konnte dieser Verdacht zwar nicht bestätigt, aber auch nicht gänzlich ausgeräumt werden. Appetitanregend, kann zu übermäßigem Verzehr verführen. Für Menschen mit Pseudo-Allergien, z.B. Asthma oder Neurodermitis bedenklich. Vom häufigen Verzehr ist abzuraten.«

Dieser letzte Satz »Für empfindliche Menschen bedenklich. Vom häufigen Verzehr ist abzuraten.« steht als Zusatz für sämtliche Stoffe, die in der Gruppe Glutamat-Geschmacksverstärker in dieser Broschüre aufgeführt sind (Verbraucherzentrale: Was bedeuten die E-Nummern? Lebensmittel-Zusatzstoffe, ISBN 3-922940-25-0, Hamburg, 2004).

Ich finde es schon bemerkenswert, dass in der EU Stoffe als unbedenklich zugelassen sind, die solchermaßen beurteilt werden! Aus diesem Grund empfehle ich nicht nur Menschen mit einer Glutamat- oder Histamin-Intoleranz, sondern allen Verbrauchern Geschmacksverstärker weitestgehend zu meiden.

Da die Glutamat-Intoleranz ebenso wie die Histamin-Intoleranz zu den so genannten »Pseudo-Allergien« zählt, lesen Sie hierzu bitte die ausführlichen Erklärungen auf der Seite Histamin-Intoleranz.





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