Letzte Aktualisierung dieser Seite: 16.1.2016

Vitalpilze





Vitalpilze werden seit langer Zeit in der östlichen Medizin verwendet, aber auch die westliche Klostermedizin nutzte die Heilkräfte der Pilze. Nur sehr zaghaft hat sich bei uns bis heute die Erkenntnis durchgesetzt, was diese kleinen Wunderwerke der Natur leisten können. Dabei ist gerade bei Verdauungsproblemen der Einsatz von Vitalpilzen besonders hilfreich.

Pilze sind eine eigene Form im Pflanzenreich und den meisten entweder als schmackhafte Zutat zu einer Mahlzeit oder aber als giftige Gefahr bekannt. Auch die halozinogene, berauschende Wirkung oder auch die Möglichkeit, mit Giftpilz-Gerichten unliebsame Mitmenschen beseitigen zu können, haben zumindest in der Kriminalliteratur ihre Plätze. Dass bestimmte Pilze aber auch Heilwirkungen haben, wissen die wenigsten.
 

Welche Vitalpilze gibt es?
Zu Vitalpilzen zählen u.a. zwölf Arten, von denen Ihnen ganz bestimmt einer bekannt ist: der Champignon (Agaricus bisporus). Die weiteren Arten haben teils sehr interessante Namen:
Agaricus blazei Murrill, ABM (Sonnen- oder Mandelpilz)
Auricularia polytricha (Judasohr)
Coprinus comatus (Schopftintling)
Cordyceps sinensis (Chinesische Raupenpilz)
Coriolus versicolor (Schmetterlingstramete)
Hericium erinaceus (Igelstachelbart)
Maitake (Klapperschwamm)
Pleurotus ostreatus (Austernpilz)
Polyporus umbellatus (Eichhase)
Reishi (Glänzender Lackporling)
Shiitake (Lentinula edodes)
 

Anwendungsgebiete von Vitalpilzen
Vitalpilze können vorbeugend, aber auch heilend eingesetzt werden. Vor allem aber ist es ihre ausgleichende, regulierende Wirkung, die sie besonders wertvoll machen.

Die Mykotherapie ist ein wichtiger Bereich in der Naturheilkunde, und die Anwendungsgebiete von Vitalpilzen sind sehr breit gefächert. Jede Art hat ihre ganz speziellen Wirkungen, die sich teilweise ideal ergänzen. Alle haben jedoch einen hohen Anteil an Mineralstoffen und Vitaminen, aber auch Polysaccharide sind enthalten, die einen regulierenden Einfluss auf die Darmflora haben. Viele Arten wirken stabilisierend auf das Immunsystem und stärken die körperliche Belastbarkeit. Sogar zur Unterstützung bei Krebstherapien werden Vitalpilze sehr erfolgreich eingesetzt, wobei sie teils direkt die Tumorrückentwicklung unterstützen bzw. die Neuentwicklung hemmen, vor allem aber die Nebenwirkungen von chemotherapeutischen Substanzen und Strahlenbelastungen reduzieren können.

Hier an dieser Stelle soll hervorgehoben werden, dass Vitalpilze ganz entscheidend bei den verschiedensten Verdauungsproblemen helfen können.

Angefangen bei Magen- und insbesondere bei Refluxbeschwerden können Hericium, Reishi, Cordyceps und/oder Shiitake eingesetzt werden.

Der Coprinus wirkt anregend und regulierend auf das Verdauungssystem und den Stoffwechsel, aber auch andere Vitalpilze können – je nach den individuellen Gegebenheiten und Voraussetzungen Anwendung finden. Sowohl bei Verstopfung als auch bei Blähungen und Durchfällen sind Vitalpilze geeignet.

Auch ein Leaky-Gut-Syndrom oder eine entzündete Darmschleimhaut können mit Vitalpilzen günstig beeinflusst werden.

Vitalpilze sind auch ein interessanter Ersatz für Probiotika, denn meist ist der Einsatz dieser Präparate, die lebende Mikroorganismen enthalten, eher ein Versuch, bei dem gescheut wird, ob die erwünschte Wirkung eintritt. Vitalpilze wie z.B. Hericium, Reishi oder Coriolus hingegen unterstützen, dass die Darmflora selbst wieder zu ihrer gesunden Balance zurückfindet. So finden sie ihr Einsatzgebiet ganz besonders auch bei Fehlbesiedelungen des Darms (Dünndarmfehlbesiedelung und/oder Dickdarmfehlbesiedelungen).
 

Adaptogene Wirkung
Die in den Vitalpilzen enthaltenen Substanzen wirken nicht – wie pharmazeutische Medikamente – für oder gegen ein bestimmtes Problem, sondern ausgleichend (adaptogen), d.h. sie können dazu beitragen, beim Patienten Zustände auszugleichen, die sich im Ungleichgewicht befinden. Ein Beispiel unter vielen sind hier Durchfall oder auch Verstopfung: beide können mit dem gleichen Vitalpilz behandelt werden.
 

Darreichungsformen
Natürlich können Sie den frischen Pilz essen – und wahrscheinlich wird zumindest der Champignon oder seit einiger Zeit auch der Austernpilz ab und an auf Ihrem Speisezettel stehen.

Als »Vitalpilz« wird entweder der ganze Pilz getrocknet und gemahlen oder aber er wird in Form von Extrakten verabreicht. Je feiner das Pulver vermahlen ist, das in Kapseln angeboten wird, desto besser ist die Wirkung. Man kann entweder »nur« den ganzen, vermahlenen Pilz oder den Extrakt einnehmen, meist jedoch werden beide Formen miteinander kombiniert, um die Wirkungen zu ergänzen. Für Menschen mit Problemen bei der Einnahme von Kaspeln sind Vitalpilzprodukte auch als Tropfen erhältlich.
 

Dosierung
Es gibt keine allgemeingültige Dosierung für Vitalpilze – immer hängt dies von der Erkrankung, aber vor allem auch vom Erkrankten selbst ab. Kinder und Erwachsene nehmen selbstverständlich unterschiedliche Mengen ein. Wenn Sie sich für die Anwendung von Vitalpilzen interessieren, sollten Sie sich von einem erfahrenen Mykotherapeuten beraten lassen.

Wichtig ist auf jeden Fall, dass die Dosierung aller Vitalpilze immer eingeschlichen werden muss. D.h. man beginnt vorsichtig mit einer kleinen Dosierung und steigert diese über etwa 2 Wochen, bis man die vorgesehene, komplette Dosis erreicht.
 

Anwendungsdauer
Bei Beschwerden sollten Vitalpilze in der Regel über einen Zeitraum von zunächst 6 Monaten eingenommen werden, um eine Besserung zu festigen. Später können geeignete Vitalpilze die weitere Stabilisierung und/oder Vorbeugung mit einer Einnahme von 3 Monaten pro Jahr sichern.
 

Nebenwirkungen
Die meisten Vitalpilze haben – wenn sie richtig und mit Bedacht eingesetzt werden – keine Nebenwirkungen. Es gibt aber auch bei diesen Präparaten einige Kontraindikationen, z.B. darf der Reishi nicht bei einer Unterfunktion der Schilddrüse eingesetzt werden. Dies bedeutet, dass man nicht so ohne Weiteres in Eigenregie zu Vitalpilz-Präparaten greifen sollte. Besser ist es, sich beraten zu lassen.
 

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
Auch, wenn andere Medikamente eingenommen werden (müssen), können Vitalpilze ergänzend eingesetzt werden. Auf keinen Fall dürfen von heute auf morgen die bisherigen Medikamente weggelassen und durch Vitalpilze ersetzt werden. Wenn jedoch nach einiger Zeit eine Besserung eintritt, kann in Rücksprache mit dem verordnenden Arzt ggf. das pharmazeutische Medikament reduziert und in einigen Fällen auch ganz weggelassen werden.
 

Qualität
Wie alle Nahrungsergänzungsmittel, unterliegen Vitalpilze nicht der Arzneimittelkontrolle. Es ist jedoch zu befürchten, dass sich auch hier schwarze Schafe einen Teil des Kuchens am Markt abschneiden wollen und Vitalpilzprodukte aus dubiosen Quellen anbieten – insbesondere im Internet. Wenn Sie ein Vitalpilz-Präparat einnehmen wollen, fragen Sie Ihren Behandler immer nach der Zertifizierung für das jeweilige Präparat, die bescheinigt, dass das Produkt unbedenklich ist und keine Schadstoffe enthält.
 

Fazit
Für Verdauungsprobleme jeder Art bieten Vitalpilze zahlreiche Möglichkeiten, eine Therapie zu unterstützen und eine Besserung zu erzielen und zu stabilisieren. Der »richtige« Pilz bzw. die »richtige« Kombination von Vitalpilzen zum »richtigen« Zeitpunkt eingenommen können helfen, Symptome zu lindern, die Ursache zu beheben und einen dauerhaften Erfolg zu unterstützen.
 







Lesen Sie hierzu bitte auch folgende Beträge:
Dünndarmfehlbesiedelung und ihre Behandlung
Dünndarmfehlbesiedelung als Ursache des Reizdarm-Syndroms
Pflege der Darmflora
Sanierung der Darmflora
Parasiten- und Pilzbesiedelung des Darms
Genussmittel bei Darmempfindlichkeit
Probiotische Gärgetränke
Vitalpilze
Dünndarmfehlbesiedelung als Ursache des Reizdarm-Syndroms