Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.5.2015

Diagnose der Zöliakie


Zum besseren Verständnis sollten Sie zuvor folgende Beiträge gelesen haben:
Zöliakie und Gluten-Sensitivität
Zöliakie – was ist das?


Die Diagnose einer Zöliakie wird unter einer glutenhaltigen Kost mithilfe der Bestimmung von Antikörpern gegen das Enzym Tissue-Transglutaminase (tTg) und der Endomysium-Antikörper (Ema-Ak) im Blut gestellt. Weiterhin muss eine Dünndarmbiopsie durchgeführt werden, bei der im Zuge einer Magenspiegelung der obere Teil des Dünndarms, der Zwölffingerdarm, betrachtet wird und dabei die Qualität der dortigen Schleimhaut begutachtet wird. Im Zuge dieser Spiegelung werden Proben der Dünndarmschleimhaut entnommen und histologisch begutachtet. Der Zustand der Darmzotten und Krypten wird mithilfe der Marsh-Kriterien bewertet, die von 0 (gesund) bis 3c (vollständig abgeflacht) reichen. Im Zusammenhang mit den Antikörper-Werten kann dann eine sichere Diagnose gestellt werden.



In dieser Abbildung entsprechen die Kennzeichnungen Nr. 1 und Nr. 2 der Marsh-Kategorisierung 0, also einer gesunden Schleimhaut. Die Kennzeichnung Nr. 3 enspricht etwa dem Marsh-Kriterium 1. Die Kennzeichnungen Nr. 4 und Nr. 5 entsprechen etwa dem Marsh-Kriterium 3c, also einer gänzlich abgeflachten Dünndarmschleimhaut. Die anderen Stufen sind in dieser Abbildung nicht dargestellt.

Wichtiger Hinweis: Eine vorsorglich vor der Diagnostik auf eigenen Faust eingehaltene glutenfreie Kost würde die Diagnose erschweren bzw. unmöglich machen, weil die Antikörperaktivität unter der glutenfreien Kost abnimmt und sich die Darmschleimhaut schon wieder regenerieren kann. Somit ist die Diagnostik immer nach einer längeren Zeit (mindestens 6 Wochen) mit glutenhaltiger Normalkost vorzunehmen.

Wenn Beschwerden mit Glutenverzehr in Verbindung gebracht werden, die Zöliakie-Diagnostik aber negativ ausgefallen ist, kann ausgetestet werden, ob eine Gluten-Sensitivität vorliegt. Bitte lesen Sie hierzu die Beiträge Gluten-Sensitivität – was ist das? und Diagnose der Gluten-Sensitivität. Dabei wird mithilfe einer weitestgehend glutenfreien Kost (Karenz) und dem gleichzeitigen Führen eines Verzehr- und Symptomtagebuchs ausgetestet, ob eine Gluten-Unverträglichkeit ohne Zöliakie vorliegt. Diese Diagnostik darf aber – wie gesagt – erst druchgeführt werden, wenn aufgrund des Schleimhautbefunds und der Antikörper-Werte eine Zöliakie ausgeschlossen ist.

Zuvor sollte jedoch auch unbedingt getestet werden, ob andere Unverträglichkeiten wie eine Laktose-Unverträglichkeit und/oder Fruktose-Malabsorption vorliegen, um diese Verursacher von Beschwerden auszuschließen oder zu diagnostizieren. Lesen Sie hierzu die Beiträge Diagnose-Methoden zur Ermittlung einer Laktose-Intoleranz und Diagnose-Methoden zur Ermittlung einer Fruktose-Intoleranz

Im Gegensatz zur Zöliakie ist bei der Gluten-Unverträglichkeit weder eine abgeflachte Darmschleimhaut noch eine Erhöhung der tTg-Antikörper festzustellen. Und wie bei jeder anderen Unverträglichkeit auch werden Spuren oder sogar kleinere Mengen des unverträglichen Stoffs, in diesem Falle von Gluten, die in vielen Nahrungsmitteln enthalten sind, problemlos toleriert, so dass ein absolutes Meiden nicht erforderlich ist.




Bitte lesen Sie weiterhin folgende Beiträge:
Gluten-Sensitivität – was ist das?
Diagnose der Gluten-Sensitivität
Behandlung der Zöliakie und der Gluten-Sensitivität
Weizenallergie

Empfehlenswerte Literatur:
Zöliakie und Gluten-Sensitivität


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