Letzte Aktualisierung dieser Seite: 10.4.2016

Diagnose des Reizdarm-Syndroms


Die Diagnose des Reizdarm-Syndroms (RDS) ist nicht einfach. Es gibt keine Test, mit denen man einfach und sicher ein RDS diagnostizieren oder ausschließen kann. Somit wird mithilfe der Ausschluss-Diagnose geprüft, ob bestimmte Kankheiten wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten, bakterielle Fehlbesiedelungen oder gar bösartige Erkrankungen eben nicht vorliegen. Danach wird einem Fragenkatalog nach den »ROM-Kriterien« (siehe unten) oder auch der »S3-Leitlinie Reizdarmsyndrom« – einer Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS) ermittelt, welche Symptome wann und wie oft auftreten. Nach der Auswertung der Antworten kann dann eine wahrscheinliche Diagnose gestellt werden.

Was sind die ROM-Kriterien?
Die so genannten Rom-Kriterien, eine Weiterentwicklung der 1988 in der italienischen Hauptstadt aufgestellten Rom-Kriterien stellen einen Katalog von Fragen dar, mithilfe derer das ansonsten schwer zu fassende Reizdarm-Syndrom (RDS) diagnostiziert werden kann. Die Deutsche Gesellschaft für Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen gibt folgende Symptome als typisch an:
• Schmerzen und Krämpfe im Unterbauchbereich, die sich nach dem Stuhlgang bessern.
• Veränderungen der Konsistenz des Stuhlganges (hart oder breiig, wässrig oder wechselnd); Passage mühsam mit dem Gefühl einer unvollständigen Entleerung; zusätzlich Schleimabgang, häufige Frequenz.
• Blähungen und Überblähungsgefühl des Bauches.
• Die Symptome treten meist nur tagsüber auf, Zeiten der Entspannung und die Nächte werden eher als beschwerdefrei empfunden.

Je nach den überwiegenden Symptomen können die Reizdarm-Patienten in vier Typen-Gruppen eingeteilt werden:
• Diarrhoe-Typ (etwa 31% der RDS-Betroffenen): Durchfälle (Diarrhoe) sind das vorherrschende Symptom.
• Obstipations-Typ (etwa 21%): Verstopfung (Obstipation) ist das Haupt-Symptom dieses Typs.
• Schmerz-Typ (ca. 21%): Schmerzen im Unterbauchraum treten besonders häufig auf.
• Wechsel zwischen Diarrhoe und Obstipation (etwa 27%): Ständige Wechsel zwischen Durchfällen und Verstopfung kennzeichnen diesen Typ.

Es gibt weitere Beschwerden, die nicht den Magen-Darm-Trakt betreffen, die jedoch häufig bei Menschen mit Reizdarm-Syndrom auftreten:
• Kopfschmerzen und Migräne
• Rückenschmerzen
• Müdigkeit, Schlafstörungen
• Konzentrationsschwierigkeiten
• Angst und Depressionen

Natürlich treten solche Beschwerden ab und an bei vielen Menschen auf. Sind sie jedoch über einen längeren Zeitraum – nach Rom-II-Definition mindestens 12 Wochen pro Jahr – und zusätzlich zu den o.a. Symptomen vorhanden und kann der Arzt keine anderen Ursachen feststellen, so wird die Diagnose »Reizdarm-Syndrom« gestellt.


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