Letzte Aktualisierung dieser Seite: 26.5.2015


Ernährung bei Fruktose-Intoleranz (Fruktose-Malabsorption)


Es ist nicht möglich, sich – analog zur Laktose-Intoleranz – fruktosefrei zu ernähren, denn Fruchtzucker ist ein Bestandteil in vielen wichtigen Nahrungsmitteln wie u.a. Obst und Gemüse. Es ist jedoch möglich und erforderlich, bei Vorliegen einer Fruktose-Malabsorption den Fruchtzucker-Verzehr so weit zu reduzieren, bis das GLUT5-Angebot dem Fruktose-Angebot entspricht, und der Fruchtzucker weitestgehend verdaut werden kann.

Hierbei sollte zuallererst konsequent auf künstlich mit Fruchtzucker angereicherte Nahrungsmittel verzichtet werden, und auch mit Haushaltszucker zubereitete Süß- und Backwaren sollten auf ein sehr viel kleineres Maß beschränkt werden. Insbesondere sind hier süße Getränke wie Limonaden, Colagetränke und Fruchtsaftgetränke zu erwähnen, die oftmals einen sehr hohen Fruchtzuckergehalt aufweisen. Gänzlich gemieden werden müssen die so genannten »Diabetiker-Produkte«, bei denen der Haushaltszucker durch Fruchtzucker ersetzt wurde, weil letzterer insulinunabhüngig verdaut wird. Auch »kalorienreduzierte« Nahrungsmittel sind »gefährlich«, weil sie häufig mit Fruchzucker statt mit Haushaltszucker gesüßt werden, denn der Fruchtzucker hat eine höhere Süßkraft als Haushaltszucker, und so können bei gleicher Süße Kalorien eingespart werden können.

Bewirken diese Maßnahmen noch keine Besserung der Beschwerden, müssen besonders fruchtzuckerhaltige Obst- und Gemüsesorten reduziert werden. Natürlich ist es nicht empfehlenswert, jegliches Obst und Gemüse vom Speisezettel zu streichen, da diese Nahrungsmittel unser Hauptlieferant für Vitamine und Mineralstoffe sind. Es gibt jedoch Obst- und Gemüsesorten, die relativ wenig Fruchtzucker enthalten – diese sollten bevorzugt werden. Weiterhin sind jene Sorten besser verdaulich, die neben einem geringen Anteil Fruchtzucker einen hohen Anteil an Traubenzucker enthalten. Traubenzucker reißt auf seinem Weg durch die Darmschleimhautzwischenräume Fruchtzuckermoleküle mit sich, so dass dieser zum Teil sogar ohne das Transportprotein GLUT5 verdaut werden kann. Man kann auch mit einem kleinen Trick Obst und Gemüse bekömmlicher machen, indem man ein wenig Traubenzucker (z.B. in Tabletten- oder Pulverform) gleichzeitig verzehrt und so das Fruchtzucker/Traubenzucker-Verhältnis verbessert.

Was ist Sorbit?
Zusätzlich zum Fruchtzuckergehalt in Nahrungsmitteln müssen Menschen mit einer Fruktose-Malabsorption auch auf Sorbit in der Nahrung achten, da Sorbit die Transportproteine bei der Verdauung bindet, so dass die noch vorhandenen Restmengen nicht mehr für die Fruchtzuckerverwertung zur Verfügung stehen.

Sorbit oder Sorbitol (E420) ist ein Zuckeralkohol und kommt natürlicher Weise in einigen Früchten vor. Hier sind insbesondere Äpfel, Aprikosen, Hagebutten (Achtung bei Tee!) und Pflaumen und verschiedene Trockenfrüchte (u.a. Backpflaumen) zu nennen. Zusätzlich setzt die Nahrungsmittelindustrie auch Süßwaren wie z.B. Kaugummi oder Bonbons, die als »zuckerfrei« deklariert werden dürfen, gerne Sorbit als Zuckeraustauschstoff zu.

Sogar bei gesunden Menschen führt übermäßiger Sorbitverzehr zu Durchfall. Aus diesem Grund müssen Produkte, denen dieser Süßstoff in künstlicher Form zugesetzt wurde, mit dem gesetzlichen Hinweis »kann bei übermäßigen Verzehr zu Durchfall führen« auf der Verpackung gekennzeichnet werden.

Meidung aller Zuckeralkohole
Auch alle weiteren Zuckeralkohole sollten aus den genannten Gründen bei einer Fruktose-Malabsorption weitestgehend gemieden oder zumindest auf ein Minimum reduziert werden. In den Zutatenlisten von Nahrungsmitteln erscheinen folgende Bezeichnungen bzw. die in Klammern angegebenen E-Nummern: Isomalt/Isomaltitol (E 953), Lactit/Lactitol (E 966), Maltit/Maltitol (E 965), Mannit/Mannitol (E 421) und Xylit/Xylitol (E 967).




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Empfehlenswerte Literatur:
Kurz und klar: Fruchtzucker-Unverträglichkeit